Ein Streifzug durch die Computergeschichte im Heinz Nixdorf MuseumsForum

Ausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum

Ein Streifzug durch die Computergeschichte im Heinz Nixdorf MuseumsForum

Das wohl weltweit größte Computermuseum in Paderborn hat am Sonntag seinen 25-jährigen Geburtstag gefeiert. Das HNF zeigt vom Ursprung des Schreibens und Rechnens vor 5.000 Jahren bis heute die Entwicklung der Informationstechnik.

Als der damalige Kanzler Helmut Kohl vor genau 25 Jahren das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn eröffnete, gab es in privaten Haushalten noch kein Internet. Smartphones waren Zukunftsmusik und eine Festplatte mit einem Terrabyte Speicher war kaum vorstellbar.

2,8 Millionen Besucher zwischen Telefonanlage und Roboter

Das mit 6.000qm Fläche weltweit größte Computermuseum in Paderborn entwickelt sich ständig weiter. Allein schon aus dem Grund, dass es tagtäglich Neuentwicklungen gibt.

Ein Streifzug durch die Computergeschichte im Heinz Nixdorf MuseumsForum

Das wohl weltweit größte Computermuseum in Paderborn feiert am Sonntag seinen 25-jährigen Geburtstag. Das HNF zeigt vom Ursprung des Schreibens und Rechnens vor 5.000 Jahren bis heute die Entwicklung der Informationstechnik:

Ausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum

Die Geschichte der Informationstechnologie und damit des Computers beginnt noch viel früher als vor 25 Jahren: Mit den ersten Schriftzeichen. Daten zu erheben und zu speichern, wie hier bei einer Jahresabrechnung aus dem Jahr 2036 v. Chr., das ist auch Teil der Computergeschichte. Schließlich sind die Vorgänger des heutigen Smartphones oder Laptops Rechenmaschinen. Die allererste ist im 17. Jahrhundert erfunden worden.

Die Geschichte der Informationstechnologie und damit des Computers beginnt noch viel früher als vor 25 Jahren: Mit den ersten Schriftzeichen. Daten zu erheben und zu speichern, wie hier bei einer Jahresabrechnung aus dem Jahr 2036 v. Chr., das ist auch Teil der Computergeschichte. Schließlich sind die Vorgänger des heutigen Smartphones oder Laptops Rechenmaschinen. Die allererste ist im 17. Jahrhundert erfunden worden.

Die Verarbeitung von Daten entwickelte sich im 19. Jahrhundert durch das Lochkartensystem weiter. Vieles, was vorher manuell laufen musste, konnte durch Lochkarten automatisiert werden. Das galt zum Beispiel für viele Verwaltungs- und Büroaufgaben. Die Lochstreifen dieses Exponats wurden als Steuereinheit einer Webmaschine genutzt.

Neu in der Dauerausstellung des Computermuseums ist der Elektronensaldierer ES24. Heinz Nixdorf entwickelte die Rechenmaschine 1953 für Banken und mittelständische Unternehmen. Damit konnten Zu- und Abgänge auf Konten berechnet werden. Ein erster Meilenstein für Heinz Nixdorf, der ein Stück Wirtschaftsgeschichte schrieb. Aus kleinen Anfängen wurde eines der größten europäischen Computerunternehmen.

Ein nachgebautes Exponat ist der sogenannte "Schachtürke". Mensch oder Maschine? Oder eine intelligente Maschine? Der Automat in Form eines Menschen spielte Schach und gewann eine Partie nach der anderen gegen echte Menschen. Das war im 18. Jahrhundert sensationell. Erst Jahre später wurde das Geheimnis um die Funktionsweise des Automaten gelüftet: Es war wohl doch ein Mensch, der mit komplexen Gebilden aus Drähten und Hebelmechanik den vermeintlichen Automaten steuerte. Der nachgebildete Schachtürke im HNF ist der einzige funktionsfähige Nachbau in Europa. Er zeigt, dass schon vor mehreren hundert Jahren über künstliche Intelligenzen diskutiert und nachgedacht wurde.

Nur noch wenige Dutzend dieser Rechner sind weltweit überhaupt noch erhalten. Daher ist der Apple I ein wahrer Schatz für das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. Insgesamt waren nur 200 Stück hergestellt worden - und zwar in der Garage von Steve Jobs’ Eltern. Der Rechner kam beim Nutzer aber komplett nackt an, also nur mit Platinen ausgestattet und ohne Gehäuse. Nur wenige Meter von diesem Exponat entfernt stellt das HNF ein Modell des allerersten Personal Computers aus. Der Altair 8800 wurde Mitte der 1970er Jahre für nur 397 US-Dollar verkauft. So wurde eine solche Rechenmaschine für den Gebrauch zuhause erschwinglich, auch wenn der Altair als Bausatz ohne Programme ankam. So war er eher etwas für Bastler.

Viele Kabel, viel Speicher. Der Cray-2 war ein absoluter Supercomputer, der in der Industrie eingesetzt wurde. Damals kostete der Rechner 46 Millionen Euro und sorgte für viel Aufmerksamkeit, als er an der Universität Stuttgart in Betrieb genommen wurde. Die Speicherkapazität war 1985 enorm: Zwei Gigabyte. Heute unvorstellbar, wo doch die meisten Smartphones schon mindestens 64 Gigabyte Speicherkapazität haben.

2015 noch auf Europareise, heute im HNF: Der hitchBOT. Der Roboter trampte durch die Welt. Das war als soziales Experiment gedacht, um die Interaktion zwischen Mensch und Roboter zu erforschen. Der hitchBOT benötigte Hilfe von Menschen, allein konnte er sich nicht bewegen. In den USA wurde der Roboter allerdings auf seiner Reise zerstört. Er ist Teil der Robotik-Abteilung im HNF, die sich auch mit künstlichen Intelligenzen befasst. Sie zeigt aktuelle Entwicklungen und gibt einen Blick in die Zukunft. Übrigens: Im HNF führen die beiden Roboter PETRA und PETER zu bestimmten Ausstellungsbereichen.

Von der Schrift im Stein über Lochmaschinen hat sich die Informationstechnologie bis heute massiv weiterentwickelt. Inzwischen steht die Gesellschaft vor neuen Fragen zu Themen wie Überwachung des eigenen Körpers in Echtzeit oder virtuelle Realitäten im Computerspiel. Dieser "gläserne Mensch" zeigt den Besuchern im Heinz Nixdorf MuseumsForum, wie Sensoren unterschiedliche Körperdaten erfassen können.

Zum 25-jährigen Jubiläum wurde die Dauerausstellung zur Computer- und Informationsgeschichte erweitert. Außerdem laufen aktuell zwei Sonderausstellungen. "Papierflieger und Gummitwist" zeigt an interaktiven Stationen für Kinder und Familien, wie Programmieren und Informatik funktionieren. Eine zweite Sonderausstellung zeigt im Eingangsbereich die Highlights des Museums im letzten Vierteljahrhundert.

Informatik zum Mitmachen - Heinz Nixdorf Museum Paderborn

WDR 3 Mosaik 11.10.2021 04:21 Min. Verfügbar bis 11.10.2022 WDR 3


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Stand: 24.10.2021, 15:46