3.500 Historiker diskutieren in Münster

Nettersheim

3.500 Historiker diskutieren in Münster

  • Leitthema "Gespaltene Gesellschaft"
  • Demokratie in der Krise
  • Zahlreiche Foren und Vorträge

Der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble bezeichnete in seiner Rede am Dienstag (25.09.2018) in Münster "die Unantastbarkeit der Menschenwürde als entscheidenden Maßstab aller Politik". Außerdem warnte Schäuble vor einer Spaltung der Gesellschaft durch Globalisierung und Digitalisierung.

Vorträge und Diskussionen zur Lage der Gesellschaft

Dr. Wolfgang Schäuble

Unter dem Titel "Gespaltene Gesellschaft" geht es in Foren und Vorträgen um Themen wie Zusammenhalt und Demokratie in der Krise oder Werteerziehung im Geschichtsunterricht. Außerdem werden aktuelle Forschungsergebnisse zu Flüchtlingsdebatten vom Altertum bis zur Gegenwart vorgestellt. Eine Veranstaltung etwa fragt danach, ob Muslime heute bei uns nicht ganz ähnlich wahrgenommen werden wie die Katholiken im protestantisch geprägten Deutschen Kaiserreich.

Warnung vor Rechtspopulisums

Rechtspopulismus, Demonstration am 13. April 2015

Das Kongress-Thema "Gespaltene Gesellschaft" scheint dabei einen Nerv zu treffen. Schon im Vorfeld der Veranstaltung warnten Historiker davor, rechtspopulistische Bewegungen könnten die Demokratie aushöhlen. Zu ihnen gehört der Potsdamer Geschichtswissenschaftler Frank Bösch: "Die öffentliche Präsenz demokratiefeindlicher und antipluralistischer Äußerungen ist deutlich größer als in früheren Jahrzehnten."

Partnerland sind die Niederlande

Die alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindende Veranstaltung zählt zu den größten geisteswissenschaftlichen Tagungen in Europa. Ausrichter ist der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands mit Sitz in Frankfurt am Main. Das diesjährige Partnerland der Veranstaltung sind die Niederlande.

Stand: 25.09.2018, 11:34

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