Geflüchtete umarmen sich vor dem Hilfstransporter.

Hilfstransport mit Flüchtlingen zurück in Münster

Stand: 07.03.2022, 07:11 Uhr

Der dritte und damit letzte Bus des Hilfskonvois aus Münster, Herten und Stemwede ist Samstagmorgen nach Münster zurückgekehrt. Von der polnisch-ukrainischen Grenzstadt Krakowez hat er weitere 31 Geflüchtete mitgebracht.

Von Hartmut Vollmari

Gegen acht Uhr ist am Samstagmorgen der letzte Bus des Hilfskonvois an der Oxford-Kaserne in Münster angekommen. Mit dabei 31 Flüchtlinge aus der Ukraine. Freitagnachmittag hatten sie sich von der polnisch-ukrainischen Grenze auf den Weg in ein neues Leben gemacht.

In Münster angekommen wurden sie herzlich mit Erbsensuppe und Kaffee empfangen - gekocht von den vielen Helfenden der deutsch-russischen Gesellschaft und der Ukraine-Hilfe.

Stadt bittet um rechtzeitige Information

Einige Flüchtlinge sind jetzt in städtischen Unterkünften, andere wiederum bei Privatleuten untergekommen. Bei der Vermittlung städtischer Unterkünfte scheint es aber nicht immer rund zu laufen. Die Stadt sagt, das liege wohl daran, dass sie von einem Großteil der Flüchtlinge nichts wusste und bittet darum, rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn Transporte organisiert werden.

Zweiter Bus Freitagmittag angekommen

Der zweite Bus kam am Freitag gegen 12.30 Uhr mit 15 Geflüchteten an der Oxford-Kaserne in Münster an - hauptsächlich Mütter mit ihren Kindern. Dort mussten sie sich zunächst registrieren und konnten anschließend nach der langen Fahrt erstmal etwas essen.

Erster Bus Freitagmorgen angekommen

Drei Kinder und zwei Frauen vor einem Reisebus

Am Donnerstag startete die Rückfahrt

Am Donnerstag war der erste Reisebus in Krakowez mit insgesamt 48 Flüchtenden aufgebrochen. An Bord 18 gehörlose Kinder und Jugendliche aus der Ukraine, die zunächst nach Berlin gebracht wurden. Die übrigen 30 Geflüchteten kamen mit nach Münster.

Bei ihrer Ankunft um sieben Uhr wurden einige von Bekannten und Verwandten mit glücklichen Umarmungen in Empfang genommen. Manche haben auch den Familienhund bis nach Münster retten können. Sie fuhren zu privat organisierten Quartieren unter anderem in Köln und Paderborn.

Essen und Schlafen erster Wunsch

Geflüchtete aus Ukraine vor dem Hilfstransporter.

Erschöpft sind die Geflüchteten angekommen

15 Geflüchtete wollen zunächst in Münster bleiben. Sie sind erschöpft nach fast sieben Tagen auf der Flucht vor dem Krieg. Essen und Schlafen, das ist der erste Wunsch. Einige hatten mehrere Tage in einem U-Bahn-Schacht zum Schutz vor Bomben verbracht.

Hilfstransport startete am Mittwoch

Die beiden Busse gehören zu einem Konvoi von insgesamt drei Bussen, die sich am Mittwochvormittag von Münster aus auf den Weg zur polnisch-ukrainischen Grenze aufgemacht hatten, um Hilfsgüter dorthin zu bringen. Auf dem Rückweg sollten dann Flüchtende mitgenommen werden, die nach Deutschland wollen.

Überlegungen für nächste Fahrt

Busfahrer Artur Roschinski

Artur Roschinski will nochmal fahren

"Es war ein großes Durcheinander an der polnisch-ukrainischen Grenze in Krakowez," schildert Artur Roschinski, einer von zwei Busfahrern, die sich für den Hilfstransport extra Urlaub genommen hatten. Schon am Montag wollen sie wieder zur ukrainischen Grenze aufbrechen, um Menschen auf der Flucht vor dem Krieg ein Ziel zu geben.