Mit Münsters Hilfskonvoi an der ukrainischen Grenze

Lokalzeit Münsterland 03.03.2022 02:24 Min. Verfügbar bis 03.03.2023 WDR Von Katja Corina Bothe, Detlef Proges, Heike Zafar

Hilfstransport: Erster Bus auf dem Rückweg nach Münster

Stand: 03.03.2022, 17:54 Uhr

Der erste Bus des Hilfskonvois aus Münster, Herten und Stemwede in Ostwestfalen ist mittlerweile wieder auf dem Rückweg. Freitagmorgen soll er aus der polnisch-ukrainischen Grenzstadt Krakowez zurück in Münster sein - mit dabei auch 30 Flüchtende.

Die anderen beiden Busse bleiben bis Freitag, um noch mehr Menschen die Chance zu geben, mitzukommen. Unter den ersten Flüchtenden, die mitgenommen werden, ist zum Beispiel die 17-jährige Alina mit ihrer Familie. Ihr Vater musste in der Ukraine bleiben. Sie haben einige Tage gebraucht, bis sie in Polen in Sicherheit waren.

Drei Kinder und zwei Frauen vor einem Reisebus

Alina möchte mit ihrer Familie nach Deutschland flüchten

Sie erzählt von den schrecklichen Erlebnissen: "Als es mit dem Bombardement angefangen hat, saßen wir fünf Tage in der U-Bahn, dann hat man das Nötigste genommen und ist einfach weggelaufen." Ihr Zuhause sei komplett zerbombt, sagt sie weiter. Jetzt möchten sie nach Deutschland kommen. Im Flüchtlingslager in Korczowa warten Hunderte Kinder und ihre Familien darauf, an einen sicheren Ort gebracht zu werden.

Hilfskonvoi will 150 Flüchtende mitnehmen

Zwei ukrainische Kinder spielen in einem Flüchtlingslager

Im Flüchtlingslager hoffen Hunderte Menschen auf Hilfe

150 Flüchtende kann der Konovi, bestehend aus drei Reisebussen, mit nach Münster nehmen. Der erste Bus mit 30 Flüchtenden soll bereits Freitagmorgen in Münster ankommen. Die Stadt ist eingebunden und hat die Aufnahme von insgesamt 500 Flüchtenden angekündigt.

Helfer haben in Bussen geschlafen

Die Helfenden haben nach ihrer Ankunft in der Nacht zu Donnerstag ein paar Stunden in den vollgepackten Bussen geschlafen, weil in den Hotels vor Ort keine Zimmer mehr frei waren. Am Morgen ging es dann direkt weiter: "Wir werden die Busse entladen, die Hilfsgüter einlagern und dann wollen wir schauen, wo wir koordiniert Flüchtende aufnehmen können", so Busunternehmer Tobias Jungnitsch.

Sammlung von Hilfsgütern.

Neun Helfer haben die Aktion organisiert

Die Helfenden, darunter auch Denis Heide, sind Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie möchten zeigen, dass sie gegen diesen Krieg sind und die ukrainische Bevölkerung unterstützen wollen.

"Wie Putin die ganze Welt zusammengeschweißt hat, das ist Wahnsinn." Denis Heide, Organisator

Busse randvoll mit Hilfsgütern

Am Mittwochmorgen gegen zehn Uhr hatte sich der Hilfstransport mit den Organisatoren auf den Weg in die polnisch-ukrainische Grenzstadt Krakowez gemacht. Die drei Busse waren bis zum Rand mit Hilfsgütern vollgepackt. Auch auf den Sitzen hatten sich die Kartons gestapelt - voll mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Babynahrung und Windeln.