Traumatherapeuten im Krisengebiet

03:08 Min. Verfügbar bis 18.03.2023

Traumtherapeutin aus Meinerzhagen hilft im Grenzgebiet

Stand: 17.03.2022, 17:45 Uhr

Traumatherapeutin Ewa Budna hilft ehrenamtlich Geflüchteten. Mit drei Wohnmobilen und vier Kolleginnen und Kollegen ist sie an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren.

Geflüchtete an der Grenze

Fast 2 Millionen Ukrainer sind bislang nach Polen geflüchtet

Die polnischen Behörden haben zwar eigene Therapeuten, aber die sind am Anschlag erzählt Ewa Budna: „Die sind wirklich zu wenig. Und es sind zu viele Menschen, zu viel Belastung, zu viel Leid. Die Mitarbeiterin der Stadt sagte mir: Meine Leute können langsam nicht mehr.“

Therapeutische Hilfe für geflüchtete Mütter und Kinder

Die Idee zu der Aktion hatte Ewa Budna, als sie im Fernsehen die Bilder von den vielen flüchtenden Frauen mit ihren Kindern sah. Anstatt Hilfsgüter zu sammeln, hat sie sich entschlossen mit dem zu helfen, was sie als Traumatherapeutin am besten kann.

Sie spricht Polnisch und Russisch. Außerdem sind Übersetzer da. Ewa Budna ist klar, dass sie und ihre Kollegen dort keine richtige Psychotherapie durchführen können. Dazu sind die Geflüchteten meist zu kurz dort. Deshalb will die Traumatherapeutin vor allem präventiv arbeiten.

Posttraumatischen Belastungsstörungen vorbeugen

Traumatherapeuten

Die ehrenamtlichen Therapeuten nach ihrer Ankunft im Grenzort Przemysl

„Mein Ziel ist den Menschen zu helfen, dass sie aus dem Schlimmen, was sie erlebt haben, keine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln.“ Konkret will Ewa Budna dazu den Müttern traumazentrierte Stabilisierungstechniken an die Hand geben, die diese spielerisch mit ihren Kindern durchführen können.

Ewa Budna ist zweite Vorsitzende des Deutschen Dachverbandes für Psychotherapie und konnte 30 Kollegen für die humanitäre Aktion gewinnen. Geplant ist, dass jeweils eine Gruppe von 6 Psychotherapeuten vor Ort hilft und nach 14 Tagen von anderen Freiwilligen abgelöst wird.

Finanziert durch Spenden

Untergebracht sind die ehrenamtlichen Therapeuten in Wohnmobilen, weil es vor Ort keine Unterkünfte mehr gibt. Finanziert wird das Hilfsprojekt durch Spenden. Wer es unterstützen will, findet dazu alle Informationen auf der Internetseite des Deutschen Dachverbandes für Psychotherapie.