Podium beim Stadtgespräch

1.000 Flüchtlinge in Bielefeld: die Unterkünfte der Stadt sind voll

Stand: 11.03.2022, 14:00 Uhr

Hunderttausende fliehen vor dem Krieg in der Ukraine und suchen auch in NRW Schutz. Was machen Städte und Bürger? Welche Hilfe ist sinnvoll? Darum ging es beim WDR 5 Stadtgespräch in Bielefeld.

Seit Beginn der Krieges sind die Mitglieder der ukrainischen Gemeinde in Bielefeld im Dauereinsatz, sammeln Spenden und organisieren Hilfstransporte in die Ukraine, berichtet Olena Turow, die seit 2005 in Deutschland lebt. Jeden Tag starten ein oder zwei Transporter von Bielefeld aus und bringen Medikamente, Hygieneartikel, warme Decken und andere Hilfsgüter in die Ukraine.

Hilfsbereitschaft ist groß

Stadtgespräch Teilnehmerin Olena Turow

Olena Turow engagiert sich in der ukrainischen Gemeinde Bielefeld.

Das Leid, das die Menschen dort erfahren, bewegt alle Gäste beim WDR 5 Stadtgespräch. Einige haben selbst Verwandte in der Ukraine. "Da ist meine Familie, meine Eltern, Schwiegereltern, Großeltern. Ich versuche soweit wie es geht hier hilfreich zu sein", sagt ein Mann aus dem Publikum.

Roman Tielitsyn, der wie Olena Turow aus der Westukraine stammt und heute als Arzt in Paderborn arbeitet, hat mit einem Bulli Hilfsgüter bis an die Grenze gebracht und auf dem Rückweg sieben Flüchtlinge mitgenommen. Vorerst sind sie in einem Hotel untergebracht, jetzt suchen sie Unterkünfte. Sie wollen zurück, sobald der Krieg vorbei ist.

Sporthallen herrichten

Sozialdezernent Ingo Nürnberger beim Stadtgespräch

Sozialdezernent Ingo Nürnberger

Sozialdezernent Ingo Nürnberger berichtet, wie die Hilfe in Bielefeld anläuft. In knapp zwei Wochen sind rund 1.000 Geflüchtete in Bielefeld angekommen und brauchen ein Bett und ein Dach über dem Kopf. Die städtischen Unterkünfte seien mittlerweile voll belegt. Nürnberger sagte, dass jetzt auch Sporthallen hergerichtet werden müssen.

Der Krieg ist ein Verbrechen

Viele Herausforderungen stehen noch bevor, das wurde beim WDR 5 Stadtgespräch deutlich. Kinder brauchen Spielangebote in den Unterkünften, sie sollen zur Kita oder in die Schule gehen, Sprachkurse sind wichtig, Geflüchtete müssen das Erlebte verarbeiten. Sozialdezernent Ingo Nürnberger machte klar: Die Gesellschaft wird noch viel Durchhaltevermögen zeigen müssen.

Stadtgespräch zum Ukraine-Krieg Teilnehmer

Publikum war nach der Coronapause wieder live dabei.

Auch über Anfeindungen von Russen und Russlanddeutschen hierzulande wurde gesprochen. Als Alexander Wittmer von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Paderborn den Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste verurteilte, gab es Applaus beim WDR 5 Stadtgespräch, das erstmals seit Novenber wieder mit Publikum stattfand.

Stadtgespräch aus Bielefeld: Hilfe für die Ukraine

WDR 5 Stadtgespräch 10.03.2022 55:27 Min. Verfügbar bis 10.03.2023 WDR 5


Download