Riesige Hilfsbereitschaft für Schwerstbehinderten

Ein neues Auto für Danil 03:52 Min. Verfügbar bis 18.06.2020

Riesige Hilfsbereitschaft für Schwerstbehinderten

Von Katja Brinkhoff

  • Viele Spenden für schwerstbehinderten 19-jährigen Danil
  • Mehr als 50.000 Euro zusammen gekommen
  • Familie kann jetzt ein Spezialauto anschaffen

Ein Spendenaufruf des Hospizvereins Lennestadt hat für eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft gesorgt. Für den schwerstbehinderten 19-jährigen Danil aus Drolshagen kamen innerhalb weniger Tage 50.000 Euro und für den Verein 16.000 Euro zusammen.

"Andere Leute nicht mit unseren Problemen belasten"

Oksana Schwabecher sitzt neben Danil und hält seine Hand

Mutter Oksana mit Danil

Danil Schwabecher braucht einen besonderen Rollstuhl und wird rund um die Uhr künstlich beatmet. Er und seine Familie lebten ihr Leben bisher ohne Öffentlichkeit. Den Alltag mit Danil stemmen Mutter Oksana und Vater Alexej alleine. Ganz bewusst, denn Privatspäre ist ihnen wichtig.

Das ändert sich, als ein unlösbares Problem ansteht: Sie brauchen ein neues Auto - zugeschnitten auf Danils Bedürfnisse und zu teuer für die Familie. Das neue Auto ist notwendig, weil Danil jetzt sein Leben mit einem großen Elektrorollstuhl meistert und der nicht mehr in das alte Familienauto passt.

Von Stiftungen kam kaum Geld

Danils Mutter wird im Wohnzimmer interviewt

Oksana Schwabecher

50.000 Euro müsste die Familie für das neue Auto aufbringen. Das schaffen sie nicht. Danils Eltern sind völlig ratlos. Zusammen mit Danils Heilpädagogin Franca Gerbe schreibt die Familie mehr als 60 Stiftungen an, mit der Bitte um finanzielle Unterstützung.

"Die Ausbeute unserer Briefe war gleich Null. Nur zwei Stiftungen schrieben überhaupt zurück und versprachen, die Familie mit einigen hundert Euro zu unterstützen. Das war noch nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Franca Gerbe.

Schwerer Gang an die Öffentlichkeit

Dann überzeugt Franca Gerbe die Familie, über den Hospizverein Lennestadt eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. "Damit haben wir uns sehr schwer getan. Alles haben wir bisher alleine geschafft. Andere Familien haben ihre eigenen Sorgen. Sie müssen sich nicht auch noch um unsere Sorgen kümmern", erzählt Oksana Schwabecher.

Trotzdem willigt Familie Schwabecher ein. Für sie ist es ein sehr schwerer Gang: Sie gehen erstmals an die Öffentlichkeit, bitten Menschen um finanzielle Hilfe. "Wir waren fassungslos über so viel Anteilnahme. Und haben gelernt, dass andere Menschen uns tatsächlich helfen möchten", sagt Danils Vater Alexsej.

Danil kann sich damit bald seinen größten Traum erfüllen: Das neue Auto macht einen Kurzurlaub in Holland möglich.

Stand: 18.06.2019, 12:36