Hammerwerk Carl Vorlaender in Hilchenbach-Allenbach

Hilchenbacher Hammerwerk bleibt gefährliche Altlast

Stand: 08.08.2022, 06:49 Uhr

Seit sieben Jahren verrottet eine alte Industrieanlage in Hilchenbach. Das alte Hammerwerk müsste für mehrere Millionen Euro saniert werden. Doch das ist nicht in Sicht.

Von Stefan Michel

Feuerwehr bereinigt ausgelaufenes Kühlmittel

Feuerwehr bereinigt ausgelaufenes Kühlmittel

Am vergangenen Sonntag mussten Feuerwehr und Kreisumweltamt zum Hammerwerk Carl Vorlaender in Hilchenbach-Allenbach ausrücken: Hunderte Liter Kühlmittel waren aus einem Transformator ausgelaufen, unter der Tür einer Fabrikhalle hindurch nach außen, und drohten in nahegelegene Bachläufe zu fließen. Ein ungelöstes Problem hat sich so in Erinnerung gebracht.

1997 stillgelegt

Jahrhunderte lang ist an der Stelle ein Hütten- und Hammerwerk betrieben worden, seit 1852 unter dem Namen Carl Vorlaender. 1997 ging das Hammerwerk in die Insolvenz, wurde vom italienischen Unternehmen Metalcam gekauft und weiter betrieben – bis 2015. Seither liegt das 16.000 Quadratmeter große Areal brach.

Hammerwerk Carl Vorlaender in Hilchenbach-Allenbach

Die Natur erobert ihren Raum langsam zurück

Halle 1 ist Kern des Problems. Der Untergrund ist hoch belastet. Metalcom lässt Jahrein, Jahraus Pumpen laufen, damit die Giftbrühe nicht ins Grundwasser gelangt. Abriss der Halle und Entsorgung des verseuchten Bodens werden mehrere Millionen Euro kosten.

Geschenkt oder gekauft?

Stadt Hilchenbach und Kreis Siegen-Wittgenstein tüfteln an folgender Lösung: Die Stadt würde das Gelände für einen symbolischen Euro kaufen, sanieren lassen und wieder als Gewerbefläche vermarkten.

Auch der Kreis würde dann einen Teil der Fläche kaufen, für seine Rettungswache. Das funktioniert aber nur, wenn es für die Altlastensanierung 80 Prozent öffentliche Zuschüsse gibt, vom Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV).

Ob das klappt, ist offen. Ebenso, ob Metalcom das Grundstück wirklich verschenken will. Oder es doch lieber für einen Millionenbetrag an einen Siegerländer Bauunternehmer verkaufen möchte.

Hammerwerk Carl Vorlaender in Hilchenbach-Allenbach, innen

Blick ins Innere des stillgelegten Werks

Der braucht dringend Erweiterungsfläche für seinen Betrieb und würde die Sanierung selbst bezahlen. Allerdings hat er die Hoffnung aufgegeben, dass er dafür bald grünes Licht vom Kreis bekommt. So oder so: Bis die Altlast beseitigt ist und das Gelände wieder genutzt wird, werden noch Jahre vergehen. Die Frage ist nur: wie viele Jahre.

Die Lokalzeit Südwestfalen berichtet am 08.08.2022 im WDR2 Hörfunk über das Thema.