Löwen in Münster bekamen kalte Pfoten

Löwe im Tierhaus schaut durch eine Glasscheibe

Löwen in Münster bekamen kalte Pfoten

Von Petra Brönstrup

Im Allwetterzoo Münster ist in der vergangenen Woche bei extremer Kälte gleich mehrfach die Heizungsanlage für Tierhäuser ausgefallen. Es gibt dort einen Sanierungsstau.

Tiere wie Löwen, Gorillas oder Kapuzineraffen brauchen Wärme. Deshalb verbringen sie den Winter in beheizten Häusern. Doch plötzlich standen sie im Kalten.

Loch im Heizungsrohr

Für die Zoomitarbeiter begann am frühen Donnerstagmorgen alles damit, dass sie einen plötzlichen Wasserabfall in der Heizungsanlage entdeckten. Schnell war klar, die Ursache war ein Leck im Rohrsystem irgendwo auf dem 30 Hektar großen Zoogelände.

Ein Hohlraum unter dem Löwenhaus für Versorgungsleitungen

Der Schacht unter dem Löwenhaus

Die Suche begann. In einem Schacht unter dem Löwenhaus wurden die Mitarbeiter fündig. Ein altes Heizungsrohr war gebrochen, Wasser trat aus. Doch dabei blieb es nicht.

Weitere Ausfälle

In den folgenden drei Tagen brachen weitere Rohre, weshalb die Heizungsanlage immer wieder aufs Neue ausfiel. Die Folge: Binnen weniger Stunden fielen in einigen Tierhäusern die Temperaturen, von über 20 Grad auf unter 10 Grad.

Tiere blieben unbeschadet

Eile war geboten. Zoomitarbeiter holten mit Gas betriebene mobile Notheizungen aus dem Keller. So konnten die Tiere, die Kälte nicht vertragen können, zwischenzeitlich geschützt werden. Nach Angaben des Zoos haben alle Tiere den wiederholten plötzlichen Temperatursturz ohne Schaden überstanden.

Teurer Sanierungsstau

Die Heizungsanlage im Allwetterzoo Münster stammt aus den 1970er Jahren, also aus der Zeit als der Zoo gebaut wurde. Ersatz wäre wünschenswert, würde aber weit über zehn Millionen Euro kosten. Das kann sich der Zoo nicht leisten. Er ist daher gezwungen, die Heizungsanlage mit 3,5 Kilometer Rohrleitungen Stück für Stück zu modernisieren.

Allwetterzoo Münster: Tiere bei Schnee und Eis Lokalzeit Münsterland 12.02.2021 03:14 Min. Verfügbar bis 12.02.2022 WDR Von Petra Brönstrup

Tierischer Winterspaß im Allwetterzoo Münster

Für viele Tiere im Allwetterzoo Münster ist dieser Winter ein großer Spaß. Sie rennen durch den Tiefschnee, naschen Eis oder genießen in der verschneiten Landschaft die Wintersonne. Der Wintereinbruch mit viel Schnee bringt Abwechslung in den coronabedingt öden Alltag, seit Wochen ohne Besucher.

Tiger in seinem Außengehege halbverdeckt von einem Schneehaufen

Schnee und Kälte können Fedor nichts anhaben. Die Größe und vor allem das dichte lange Fell schützen den Tiger perfekt vor Auskühlung.

Schnee und Kälte können Fedor nichts anhaben. Die Größe und vor allem das dichte lange Fell schützen den Tiger perfekt vor Auskühlung.

Auch dem Leoparden macht die Kälte nichts aus. Aber es ist gar nicht so einfach, ihn in seinem Außengehege auszumachen. Hier liegt der Schnee ein halben Meter hoch.

Dieser erst sechs Monate alte Gepard hat drei Geschwister und mit ihnen tobt er in diesen Tagen täglich durch den tiefen Schnee. Ein tierisches Vergnügen.

Zwergotter mögen es warm und feucht. Aber auch sie kommen in diesen Tagen mit Kälte in Kontakt. Denn Tierpfleger haben Schnee in der Orangerie aufgehäuft und mit Fischen gespickt. Leckerbissen eisgekühlt.

In der Orangerie herrscht immer ein feucht-warmes Klima mit Temperaturen um 25 Grad. Denn hier leben nicht nur Zwergotter ...

... hier sind auch die Orang-Utans zu Hause. Kalter Schnee ist eigentlich gar nicht ihr Ding. Aber der Schnee, den die Tierpfleger ihnen in der Orangerie mehr zum Spaß "servieren", ist verlockend, wie ein leckeres Eis, nicht am Stiel sondern im Klumpen.

Ganz anders die Kegelrobben: Sie tun es ihren Artgenossen in der Nordsee gleich und ziehen draußen im Wasser bei eisigen Temperaturen ihre Bahnen.

Wasserspaß bei Minustemperaturen auch im Ententeich.

Und dieser Vogel hat alles im Blick: ein wildlebender Kormoran zu Gast im verschneiten Allwetterzoo.

Stand: 18.02.2021, 20:19