Holocaust-Leugnerin Haverbeck muss volle Haftstrafe absitzen

Ursula Haverbeck im Gerichtssaal

Holocaust-Leugnerin Haverbeck muss volle Haftstrafe absitzen

  • Haverbeck soll nicht im Januar 2020 freikommen
  • Entscheidung noch nicht rechtskräftig
  • Haverbeck mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt

Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck soll ihre volle Haftstrafe bis November 2020 wegen Volksverhetzung im Gefängnis verbüßen. Die 91-Jährige kommt damit nicht vorzeitig auf Bewährung im Januar 2020 auf freien Fuß, so die Entscheidung das Landgericht Bielefelds. Die Behörden prüfen automatisch, ob eine Haftstrafe nach zwei Dritteln der Haftzeit zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Da das Verfahren nichtöffentlich ist, gab der Gerichtssprecher keine Begründung für die Entscheidung. Haverbeck kann sie jedoch noch vom Landgericht überprüfen lassen.

Mehrfach wegen Leugnung des Holocausts verurteilt

Das Landgericht Detmold hatte Haverbeck im November 2017 zu 14 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Wegen Leugnung des Holocausts war sie auch vom Landgericht Verden zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Diese Strafen waren zu einer Gesamtstrafe zusammengefasst worden. Diese muss jedoch laut Strafgesetzbuch geringer sein, als die Summe der einzelnen Strafen.

In Hamburg und Berlin wurde sie ebenfalls bereits wegen Volksverhetzung zu Haftstrafen verurteilt.

Haverbeck seit Mai 2018 im geschlossenen Vollzug

Dem Haftantritt hatte sie sich Haverbeck zunächst entzogen. Im Mai 2018 war sie dann in ihrem Wohnort in Vlotho (Kreis Herford) festgenommen worden. Seitdem ist sie im geschlossenen Vollzug in Bielefeld-Brackwede.

Haverbeck hatte öffentlich behauptet, Auschwitz sei kein Vernichtungs- sondern ein Arbeitslager gewesen. In Auschwitz hatten die Nazis mindestens 1,1 Millionen Menschen getötet.

Stand: 12.12.2019, 10:11