Holocaust-Leugnerin Haverbeck aus Haft entlassen

JVA Bielefeld-Brackwede

Holocaust-Leugnerin Haverbeck aus Haft entlassen

Ursula Haverbeck ist wieder auf freiem Fuß. Die wiederholt wegen Volksverhetzung angeklagte Holocaust-Leugnerin hat am Donnerstag das Bielefelder Gefängnis verlassen.

Nach zweieinhalb Jahren im geschlossenen Vollzug hat sie ihre volle Haftstrafe wegen Volksverhetzung im Gefängnis in Bielefeld-Brackwede verbüßt, bestätigte ein Sprecher der Haftanstalt. Das Landgericht Detmold hatte die 91-Jährige aus Vlotho im Kreis Herford in zwei Fällen zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt.

Zweieinhalb Jahre Haft sind verbüßt

Ein niedersächsisches Landgericht hatte sie wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Beide Haftstrafen waren zu einer Gesamtstrafe von zweieinhalb Jahren zusammengezogen worden. Diese saß Haverbeck seit Mai 2018 in Bielefeld ab.

Haverbeck bezeichnete Auschwitz als Arbeitslager

Haverbeck wurde bereits mehrmals wegen Volksverhetzung verurteilt. Weitere Verfahren an Gerichten in Hamburg und Berlin sind noch anhängig. Sie behauptete wiederholt, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei. In Auschwitz waren 1,1 Millionen Menschen ermordert worden.

Haverbeck Kultfigur der rechten Szene

Demonstration der rechtsextremistischen Partei "Die Rechte" für die wegen Volksverhetzung inhaftierte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck in Bielefeld

"Ursula Haverbeck hat einen Kultstatus in der rechten Szene", sagen Rechtsextremismusexperten. Immer wieder trafen sich in Bielefeld rechte Kader aus ganz Deutschland. Unter anderem im November 2019 zum 91. Geburtstag der Holocaustleugnerin.

Stand: 05.11.2020, 12:32