Toter in Senden: Polizei durchsucht Wohnungen

Ein Hochhaus

Toter in Senden: Polizei durchsucht Wohnungen

  • Ermittlungen wegen Betrugs
  • Vier Frauen und Männer im Visier
  • Handyverträge abgeschlossen?

Nach dem Fund eines seit acht Jahren toten Mannes in Senden haben die Ermittler neue Erkenntnisse. Möglicherweise haben sich Menschen aus dem Umfeld des 59-Jährigen bereichert.

Die Polizei geht davon aus, dass Anwohner die Post des Verstorbenen an sich genommen und später entsorgt haben. Zudem sei von dem Konto des Toten offenbar widerrechtlich Geld abgebucht worden, teilte die Kreispolizei Coesfeld am Donnerstag (31.10.2019) mit. Dass der Mann tot war, sollen die vier beschuldigten Frauen und Männer aber nicht gewusst haben.

Polizei: Beweismittel gefunden

Deshalb ließ die Polizei am Mittwoch fünf Wohnungen durchsuchen, und zwar in Senden, Münster und im Kreis Warendorf. Dabei seien Beweismittel aufgefunden worden, die den Verdacht wegen Betrugs und Verletzung des Briefgeheimnisses bestätigten. Die Beschuldigten sollen sich Kontodaten des Toten beschafft und damit unter anderem Handy-Verträge abgeschlossen haben.

Keine Hinweise auf Gewalttat

Der Tote war am 22. September in seiner Wohnung in einem Sendener Mehrfamilienhaus gefunden worden, als das Gebäude wegen eines Brandes evakuiert werden sollte. Bei der Obduktion ergaben sich keine Hinweise, dass der Mann gewaltsam zu Tode kam. Demnach war er um die Jahreswende 2011/2012 gestorben.

Stand: 31.10.2019, 20:00