Urteil: Netphen muss Schmerzensgeld zahlen

Urteil: Netphen muss Schmerzensgeld zahlen

  • Schwerer Unfall bei Dachdeckerarbeiten
  • Handwerker lebensgefährlich verletzt
  • OLG Hamm gibt Stadt Mitschuld

Vor sieben Jahren erlebte ein Handwerker bei Reparaturarbeiten an einer städtischen Turnhalle einen schweren Unfall: Der heute 52-jährige Mann stürzte durch eine Lichtkuppel auf dem Dach der Dreisbachhalle bei Netphen. Er verletzte sich lebensgefährlich und kann sich heute nur auf Krücken und im Rollstuhl bewegen.

Handwerker klagte auf Schmerzensgeld und Schadenersatz

Zunächst hatte der Handwerker vor dem Landgericht Siegen gegen die Stadt Netphen und einen ihrer Mitarbeiter geklagt. Denn die Lichtkuppel war defekt. Die Stadt wusste das und hatte die Lichtkuppel nur mit einer Plane abgedeckt.

Laut der Richter am Landgericht sei die Lichtkuppel nicht ordnungsgemäß abgesichert gewesen. Die Angeklagten wurden auf Schadenersatz und Schmerzensgeld verurteilt. Doch dagegen legten die Stadt und ihr Mitarbeiter Berufung ein.

OLG Hamm gab Stadt Mitschuld

Am Freitag (07.09.2018) fiel nun das Urteil vor dem Oberlandesgericht Hamm: 55.000 Euro muss die Stadt Netphen dem Geschädigten einmalig an Schmerzensgeld und Schadenersatz zahlen. Monatlich kommen noch 2.300 Euro als Verdienstausfall hinzu. Auch die Richter in Hamm gaben somit der Stadt erhebliche Mitschuld an dem Unfall.

Stand: 07.09.2018, 19:11