Handwerk im Münsterland spürt die Krise

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Handwerk im Münsterland spürt die Krise

Schlechtere Stimmung, aber insgesamt noch positiv. Eine aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer zeigt weniger Optimismus bei vielen Handwerks-Betrieben im Münsterland.

"Die Coronakrise fräst tiefe Spuren in die Handwerkskonjunktur des Kammerbezirks Münster", sagte der Präsident der Handwerkskammer (HWK) Münster am Mittwoch. Fazit bei der Präsentation der Herbst-Konjunkturumfrage: insgesamt noch positiv, aber schlechtere Stimmung.

Optimismus aus 2019 fehlt

Vor einem Jahr, im November 2019, war noch von "hervorragender Laune" und dem "Wachstumsmotor Handwerk" die Rede gewesen. Sogar in den vergangenen Monaten war das Handwerk noch vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen.

Drei Zimmergesellen im Zunftgewand versuchen an einer Bundesstraße per Anhalter weiter zu kommen.

Die Zimmergesellen kommen relativ gut durch die Krise

Gegenüber dem Boom des Vorjahres hat die Stimmung sich nun deutlich verschlechtert. Geschäftslage und Zukunftsprognose der Betriebe sei so abgesackt wie zuletzt 2002 nach dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase. Die Konjunkturkurve der Betriebe mit guter Geschäftslage - bislang fast die Hälfte aller Betriebe - zeigt jetzt aktuell den steilsten Abfall in 42 Jahren Aufzeichnung durch die Handwerkskammer.

Keine schnelle Erholung für die Wirtschaft

WDR 5 Profit - aktuell 14.10.2020 04:35 Min. Verfügbar bis 14.10.2021 WDR 5


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Umsatzeinbrüche größtes Problem

Am heftigsten spüren demnach das Kraftfahrzeuggewerbe, die personenbezogenen Dienstleister und das Nahrungsmittelgewerbe die Corona-Krise. Umsatzeinbrüche seien das größte Problem, heißt es im Bericht der Handwerkskammer. Aber auch die Auftragslage ist weniger gut als in den Vorjahren.

Handwerker mit Rohrzange

Eher pessimistich: Kraftfahrzeug- und Nahrungsmittelgewerbe

Mit Blick auf die kommenden sechs Monate erwarten zwar die meisten Betriebe, dass ihre Geschäfte unverändert bleiben. Dass sich etwas verbessert, erwarten aber die wenigsten; die Gesamtprognose geht nach unten.

Lage insgesamt trotzdem positiv?

Obwohl die Geschäftslage so abgerauscht ist, sei es "im Großen und Ganzen aber eine noch positive Lage", so HWK-Präsident Hund. Zumindest besser als zum Beispiel 2008, dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Von den beiden Regionen im Kammerbezirk steht das Münsterland mit einem Geschäftslage-Indikator von 112 Prozentpunkten etwas besser da als die Emscher-Lippe-Region mit einem Indikator von 109,6 Prozentpunkten. 476 Betriebe aus 41 Berufen haben bei der diesjährigen Herbst-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Münster teilgenommen.

Stand: 22.10.2020, 11:00