Halle Münsterland trennt sich von externer Beraterin

Außenansicht der Hallemünsterland

Halle Münsterland trennt sich von externer Beraterin

  • Aufsichtsrat will Rolle einer externen Beraterin klären
  • WDR liegen brisante Unterlagen vor
  • Regeln für Freikarten gefordert

In der Halle Münsterland brodelt es zur Zeit. Es gibt Konflikte zwischen Aufsichtsräten und der Geschäftsführung des Messe- und Veranstaltungszentrums, ein Unternehmen der Stadt Münster.

Der Aufsichtsrat der Halle Münsterland hat sich am Freitag (28.06.2019) zu einer Sondersitzung getroffen. Hintergrund sind Streitigkeiten mit der Geschäftsführung. Unter anderem ging um die Rolle einer Unternehmensberaterin, die die Halle seit mehreren Jahren engagiert hat.

"Die Zusammenarbeit mit der Beraterin aus Hamburg wird im Einvernehmen mit der Geschäftsführung mit sofortiger Wirkung beendet", teilte der Aufsichtsrat nach seiner Sitzung dem WDR mit. Weiter heißt es: "Der Aufsichtsrat bedauert die durch die Berichterstattung über interne Vorgänge entstandene Unruhe in der Mitarbeiterschaft und würdigt ausdrücklich das Engagement der Mitarbeiter und der Geschäftsführung für das Unternehmen."

Scharfe Kritik an externer Beratung

Der WDR hatte bereits im Mai 2019 brisante Unterlagen zugespielt bekommen und über die Querelen berichtet. Ein Thema war schon damals die Beraterin, die sich auch "Profilerin" nennt. Seit vier Jahren berät die Hamburgerin die Geschäftsführung der Halle Münsterland zur Unternehmenskultur. Kosten bislang: mindestens 200.000 Euro. Einzelne Mitglieder des Aufsichtsrats fanden diesen langen Einsatz der Beraterin fragwürdig und wollten jetzt Antworten.

Aufsichtsratsmitglied erwartet Aufklärung

Älterer Mann mit Brille vor einem Hafenbecken

Aufsichtsratsmitglied Hery Klas verlangt Aufklärung

WDR-Recherchen belegen außerdem: Offenbar sind in einer Sitzung mit der Beraterin Angestellte und Mitglieder des Aufsichtsrats als negativ oder positiv eingestuft worden, der Grüne Hery Klas zum Beispiel als "Quertreiber". Er verlangte Aufklärung.

Die Geschäftsführung der Halle Münsterland ließ dazu über eine international tätige Medien-Anwaltskanzlei mitteilen: In der Sitzung seien formlos die Ergebnisse eines Brainstormings festgehalten worden. Dabei handele es sich nicht um die Einschätzung der Geschäftsleitung. Es seien keine Profile von Mitarbeitern oder Aufsichtsräten erstellt worden.

Wer bekommt freien Eintritt?

Bei der Sondersitzung ging es auch darum, wie mit Freikarten für Veranstaltungen in der Halle Münsterland umgegangen wird. Dem WDR liegen Belege dafür vor, dass mehrere Mitglieder des Aufsichtsrats kostenlos Konzerte oder Shows besuchen konnten. Aufsichtsratsmitglied Michael Jung (SPD) forderte, Freikarten sollen künftig nicht mehr an Aufsichtsratsmitglieder verschenkt werden, sondern an karitative Einrichtungen gehen.

Der Aufsichtsrat kündigte jetzt an: "Die bisherige Kartenregelung für Aufsichtsratsmitglieder, Mitarbeiter und Kunden wird hinsichtlich der Compliance-Regelung der Stadt Münster und unter Einbeziehung der rechtlichen und steuerrechtlichen Aspekte überprüft." Außerdem wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die eine neue Regelung erarbeiten soll.

Stand: 28.06.2019, 20:57

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