Ärger in der Halle Münsterland

Die Halle Münsterland von außen heute

Ärger in der Halle Münsterland

  • Querelen beschäftigen Aufsichtsrat
  • Vorwurf: Hohe Rechts- und Beratungskosten
  • Geschäftsleitung bestreitet Vorwürfe

In der Halle Münsterland gibt es seit Jahren immer wieder Streit zwischen Geschäftsleitung und Beschäftigten. Am Freitag (24.05.2019) beschäftigt sich nun der Aufsichtsrat mit dem Thema.

In den vergangenen neun Jahren sollen 84 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben – damit hätte rein rechnerisch das Personal fast zweimal komplett gewechselt, so Aufsichtsratsmitglied Hery Klas. Er beklagt, dass dies zu enormen Kosten geführt habe. Nach seinen Angaben soll die Geschäftsleitung der Halle seit 2012 mehr als 1,2 Millionen Euro für Rechts- und Beratungskosten ausgegeben haben, unter anderem für Verfahren vor dem Arbeitsgericht.

Personalberaterin aus Hamburg

Menschen sitzen in der Halle Münsterland auf dem Boden

Die Halle Münsterland ist Ort vieler Großveranstaltungen - hier beim Katholikentag 2018

Zudem habe die Geschäftsleitung der Halle Münsterland seit 2015 eine Personalberaterin aus Hamburg engagiert. Sie soll sehr regelmäßig vor Ort gewesen sein – für einen Tagessatz von 1.500 Euro plus Hotel- und Reisekosten. Dem WDR liegen Rechnungskopien vor, die dies belegen. Insgesamt sind demnach schätzungsweise rund 200.000 Euro für die Beratungen ausgegeben worden. Dabei geht es auch um öffentliche Gelder: Die Halle Münsterland ist zu 92 Prozent ein Tochterunternehmen der Stadt und wird von ihr bezuschusst.

Bernd Bajohr, Ex-Geschäftsführer der Gewerkschaft Verdi im Bezirk Münsterland, hat viele der Personalstreitigkeiten mitbekommen. Seine Einschätzung: „In der Halle Münsterland gibt es eklatante Mängel in der Personalführung."

Geschäftsleitung bestreitet Vorwürfe

Auf Anfrage des WDR bestreitet die Geschäftsleitung der Halle Münsterland schriftlich die Vorwürfe: „Die Mitarbeiterfluktuation im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland ist unterdurchschnittlich und sinkt kontinuierlich“. Weiter heißt es in der Mail: „Die Wirtschaftsprüfer haben für die Jahre 2015 – 2018 keine Kosten für durchgeführte Arbeitsgerichtsverfahren aufgeführt“.

Aufsichtsrat will Klarheit schaffen

In seiner Sitzung am Freitag will der Aufsichtsrat nun Klarheit in die Angelegenheit bringen - und auch mit der Hamburger Personalberaterin sprechen. Eine wichtige Frage wird lauten, welchen Erfolg ihre vierjährige Beratungstätigkeit bisher hat.

Stand: 23.05.2019, 20:48

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