Urteil: Rentner muss nach Schuss auf Nachbarn in Haft

Symbolbild: Statue der Justitia

Urteil: Rentner muss nach Schuss auf Nachbarn in Haft

Weil er seinem Nachbarn ins Bein geschossen hat, hat das Landgericht Detmold einen Rentner zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Der 76-Jährige aus Oerlinghausen war wegen versuchten Totschlags angeklagt. Das Urteil lautet auf gefährliche Körperverletzung.

Mann fühlte sich durch laute Musik gestört

Lauter Kinderlärm am Abend des 1. Mai soll den Rentner massiv gestört haben. Der 76-Jährige klingelte deshalb bei seinem Nachbarn gegenüber und schoss mit einer umgebauten Schreckschusspistole auf ihn. Eine Kugel löste sich und traf das Opfer am Oberschenkel.

Im Prozess schilderte das Opfer, dass die Waffe erst in Richtung seines Kopfes gehalten wurde. Reflexartig habe der Mann deshalb den 76-Jährigen zurückgestoßen. Dieser soll auf den Boden gefallen und von dort aus mehrmals abgedrückt haben.

Täter war alkoholisiert

Der Verurteilte soll betrunken gewesen sein. Laut des psychiatrischen Gutachters soll er vier Promille Alkohol im Blut gehabt haben. Das Schwurgericht ging deshalb von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit aus und erkannte nicht auf versuchten Totschlag.

Über 25 Vorstrafen

Der 76-Jährige hat bereits über 25 Vorstrafen, darunter auch solche wegen Köperverletzungen. Zuletzt wurde er 2017 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er mit einem Luftgewehr auf Jugendliche schoss, über die er sich ärgerte.

Stand: 19.10.2020, 18:20