Frauenhäuser überfüllt: Landesregierung will helfen

Frauenhäuser überfüllt: Landesregierung will helfen

  • Fälle von häuslicher Gewalt gestiegen
  • Landesregierung plant Zuschuss
  • Frauen müssen zum Teil abgewiesen werden

Immer mehr Frauen flüchten vor gewalttätigen Männern in Frauenhäuser. Viele Zufluchtsstätten sind bereits überfüllt. Die Landesregierung will den Ausbau der Plätze nun fördern. Im Jahr 2016 sind 11.100 Opfer von häuslicher Gewalt an Beratungsstellen verwiesen worden.

Eine Frau sitz auf einem Bett eines Frauenhauszimmers und schaut aus dem Fesnter

Vermehrt suchen jüngere Frauen Hilfe

Das ist ein Anstieg der Zahlen von 59 Prozent in den vergangenen zehn Jahren, so steht es in einem Bericht des NRW-Gleichstellungsministeriums vom Montag (08.10.2018). Nun will die Landesregierung in NRW mit finanziellen Anreizen für mehr Plätze in Frauenhäusern sorgen.

7000 Euro Zuschuss pro Platz möglich

So soll jeder Frauenhausplatz, der über der Mindestzahl von acht Plätzen liegt, künftig mit 7.000 Euro jährlich bezuschusst werden. Für dieses Jahr werde die Pauschale rückwirkend ab dem 01. Juli gewährt, heißt es in dem Bericht. NRW-weit gibt es laut Ministerium 25 Einrichtungen, die mehr als acht Plätze anbieten. Insgesamt bestehen in ganz NRW 62 Frauenhäuser.

Münsterland auch an der Kapazitätsgrenze

Beispiel Münsterland: Auch hier sind die Frauenhäuser an ihrer Kapazitätsgrenze, weil es mehr Beratungsbedarf gibt. Mehr als 180 Krisen-Gespräche mit Frauen hat Ines Gutschmidt von der Frauenhausberatungsstelle Münster bis Anfang Oktober geführt. Das seien jetzt schon genauso viele wie im ganzen vergangenen Jahr. Häufig gehe es um sexuelle oder körperliche Misshandlungen, so Ines Gutschmidt. Die Schwere der Delikte habe dabei nicht zugenommen. Betroffen sind Frauen aus allen Bevölkerungs- und Gesellschaftsschichten.

Hilfesuchende immer jünger

Eine Frau sitzt mit dem Rücken zur Kamera auf einem Stuhl in einem Frauenhauszimmers

Immer mehr junge Frauen suchen Hilfe

Was auffällt: Die Frauen, die nicht mehr weiter wissen und sich Hilfe holen wollen, werden immer jünger. Etwa ein Drittel der Beratungssuchenden war in diesem Jahr unter 30. Offenbar gibt es eine größere Bereitschaft jüngerer Frauen, häusliche Gewalt anzuzeigen und zu ahnden.

Nachgehakt: Frauenhäuser Westpol 16.09.2018 UT DGS Verfügbar bis 16.09.2019 WDR

Stand: 09.10.2018, 11:11