Mit Home-Office nimmt Hacker-Risiko zu

Frau mit Kind vor dem PC

Mit Home-Office nimmt Hacker-Risiko zu

Von Heinz Krischer

Hacker-Attacken auf Unternehmen haben in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Davon berichten IT-Experten aus Siegen. Mit dem Arbeiten im Home-Office ist das Risiko gestiegen.

Mehr als einhunderttausend Euro Schaden hat der Hacker-Angriff auf das Walzenunternehmen Irle in Netphen verursacht. Dort kaperten Kriminelle im Dezember das Computernetzwerk. Ein paar Tage später wurde der Kranbauer Erich Schäfer in Siegen Opfer der Hacker. Im Dezember traf es auch die Funke Mediengruppe, zu der die Westfalenpost gehört.

Seit Dezember enorme Zunahme der Attacken

Ansicht der Westfalenpost-Startseite auf einem Tablet

Auch die WP leidet unter einem Hacker-Angriff

Nur drei Beispiele, die zuletzt bekannt wurden. "Seit Dezember haben die Attacken enorm zugenommen", sagt IT-Experte Markus Weber. Der Siegener arbeitet für mehrere Firmen als Krisenmanager nach Hackerangriffen. "Pro Woche melden sich mindestens zwei Firmen bei uns, die es getroffen hat."

Meist schleusen die Hacker Trojaner in das Netzwerk der Unternehmen ein. Damit werden Passwörter ausgespäht, sensible Daten gestohlen oder Festplatten verschlüsselt, um anschließend Lösegeld zu verlangen.

Jede E-Mail kann ein Angriff sein

"Hinter jeder E-Mail könnte ein Angreifer stecken", warnt Markus Weber. Neue Mails sollten nur im Vorschaufenster angesehen werden, bis klar ist, dass sie aus vertrauenswürdigen Quellen stammn. Schon das Öffnen einer infizierten Mail könnte bei den neuesten Virus-Varianten Rechner verseuchen.

Ein 'At'-Zeichen auf einem Weltraum-Hintergrund

Vorsicht beim Öffnen von Emails

Mit den Arbeiten im Home-Office hat das Risiko noch einmal zugenommen. Wegen der Corona-Pandemie mussten viele Beschäftigte kurzfristig extern arbeiten. Eine sichere Computerstruktur konnte oft nicht aufgebaut werden.

Niemals private Rechner für die Arbeit nutzen

Ein Rat von IT-Experte Weber: Niemals mit dem Laptop, mit dem man Onlineshopping betreibt oder privat im Internet surft, auch für die Arbeit mit der Firma benutzen. Und: Für gute Backups auf getrennten Festplatten sorgen.

Stand: 15.01.2021, 09:49