Sinnkrise bei vielen Managern in Deutschland

Geschäftsmann mit Laptop

Sinnkrise bei vielen Managern in Deutschland

  • Ein Drittel der Manager ist verunsichert
  • Situation schlecht für Geschäft und Mitarbeiter
  • Unternehmenskultur sollte sich ändern

Rund ein Drittel der Führungskräfte in Deutschland fühlt sich sehr belastet und verunsichert. Das ist auch ein Problem für Unternehmen, sagt eine gemeinsame Studie der Gütersloher Bertelsmann-Stiftung und des Reinhard-Mohn-Instituts für Unternehmensführung. Rund 1.000 Führungskräfte aller Altersgruppen, beider Geschlechter aus unterschiedlich großen Unternehmen wurden für den so genannten „Führungskräfte-Radar 2019“ dazu befragt, wie sie ihre Rolle und die Führungsbedingungen in ihrem Unternehmen beurteilen.

Managerfrust schlecht für Unternehmen

Offenbar herrscht viel Frust beim Management und der hat Auswirkungen, so Studienleiter und Experte für Unternehmenskultur Martin Spilker von der Bertelsmann Stiftung: Beschäftige und der Unternehmenserfolg würden in Mitleidenschaft gezogen, wenn sich Führungskräfte in ihrer Rolle nicht wohlfühlten: "Es gibt viele Führungskräfte, die sagen, vielleicht ist es besser, ich werde eher geführt, als dass ich führe. Und dass ist sicherlich ein gravierendes Problem, das die Unternehmen ernst nehmen sollten."

Führungskräfte fühlen sich überfordert

Viele Manager, vor allem auf der mittleren Unternehmensebene, befinden sich laut Spilker in einer zermürbenden Sinnkrise. Als Gründe nennen sie eine überbordende Bürokratie, den Mangel an klaren Vorgaben sowie steigender Druck von oben, Geschäftszahlen einzuhalten, Produkte immer schneller zu entwickeln, mit der Globalisierung und Digitalisierung Schritt zu halten. Hinzu kommt Druck von unten von Mitarbeitern, die anders als früher Mitsprache und Augenhöhe forderten, so die Erfahrung von Coach Anja Schulte aus Paderborn zum WDR. Sie war früher selbst Führungskraft und berät heute Unternehmer und Manager.

Rat: Bei Dauerstress lieber Aufgabe wechseln

45 Prozent der Führungskräfte, die mit ihrer Rolle hadern, entwickeln auch eine eher negative Wahrnehmung von ihren Mitarbeitern. Starke psychische Belastungen bis hin zum Burnout können die Folge sein. Als Konsequenz raten die Fachleute der Bertelsmann-Studie, die Unternehmenskultur zu überprüfen, Führungskräfte besser zu unterstützen und Druck abzubauen. Wer sich in seiner Rolle dauerhaft unwohl fühle, so der Rat - sollte ehrlich zu sich sein, und sich besser eine andere Aufgabe suchen.

Stand: 27.02.2020, 11:39