Angst vor Gülletourismus im Sauerland

Angst vor Gülletourismus im Sauerland

Von Horst-Joachim Kupka

  • Gülletourismus im Sauerland befürchtet
  • Neue EU-Verordnung greift 2020
  • Umweltschützer warnen vor Folgen für Natur

Bauern sollen ab 2020 30 Prozent weniger Gülle ausbringen, um die Nitratbelastung einzudämmen. Die neue EU-Düngeverordnung will das so. Das schürt jedoch Sorgen bei Politikern und Umweltschützern im Sauerland.

Sie fürchten einen Gülletourismus: Bauern aus besonders belasteten Gebieten wie dem Münsterland könnten dann ausweichen und mehr von ihrer Gülle ins Sauerland bringen.

"Die Güllebomber rollen"

Gülletourismus im Sauerland

Josef Falkenstein (rechts) und Anwohner Ralf Koke

In Brilon-Madfeld läuft der Gülletourismus schon. "Hier rollen die Güllebomber", klagt Josef Falkenstein vom Verein für Natur- und Vogelschutz (VNV). "Mehr Gülle wird die Qualität des Grundwassers verschlechtern."

Ein gutes Geschäft für Grundbesitzer

Gülletransporte werden mittlerweile von sogenannten "Güllebörsen" professionell organisiert. Denn der Handel mit Gülle ist ein lukratives Geschäft: Bauern, die fremde Gülle lagern und auf ihren Feldern ausbringen, wird Geld dafür geboten.

Verursacher sollen in die Pflicht

Dirk Wiese, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Brilon, fordert Konsequenzen. Er will, dass die Gülle künftig nur noch da ausgebracht wird, wo sie hergestellt wird: "Es muss das Verursacherprinzip gelten."

Landwirt Meinolf Bödefeld steht neben mehreren Kühen

Landwirt Meinolf Bödefeld

Landwirt Meinolf Bödefeld aus Madfeld fürchtet außerdem, dass die neue EU-Düngeverordnung 2020 zu mehr Bürokratie führt. Dabei habe es gerade erst Veränderungen gegeben.

Mit den Gülleplänen beschäftigt sich am Donnerstag (07.03.2019) der Kreisverbandsausschuss des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) in Olsberg: 40 Landwirte und Experten diskutieren darüber.

Stand: 07.03.2019, 09:24