Gülle wird von einem Landwirt auf einem Feld ausgebracht.

Betrug mit Gülle

Stand: 04.04.2022, 11:23 Uhr

Die Ermittlungen gegen ein mutmaßliches illegales Treiben mit Gülle dauern an. Die Hagener Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt ermitteln gegen 23 Beschuldigte aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Am Dienstag (29.03.2022) waren 50 Objekte - Firmengebäude, Büros, landwirtschaftliche Betriebe und Wohnungen - durchsucht worden. Die Aktionen fanden in ganz Nordrhein-Westfalen statt, einige wenige auch in Hessen, sagte ein Sprecher der Hagener Staatsanwaltschaft.

Vorwurf: Keine legale Entsorgung

Als Hauptbeschuldigter gilt ein Landwirt aus dem Märkischen Kreis, gegen den mehrere Vorwürfe erhoben werden. Nach Hinweisen der Landwirtschaftskammer habe sich der Verdacht ergeben, der 46-Jährige habe über mehrere Jahre Gülle, Gärreste und ähnliche Reststoffe aus der Landwirtschaft nicht sachgemäß entsorgt. Den Verbleib der Substanzen habe er zum Teil verschleiert.

Unterstützer in ganz NRW vermutet

Aus den Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf weitere Straftaten wie Betrug, Schwarzarbeit und Steuerdelikte. Die weiteren Beschuldigten stehen überwiegend im Verdacht, den Hauptbeschuldigten durch Transport und Übernahme der Stoffe unterstützt zu haben.

Sie sollen ihm auch bei der Täuschung von Geschäftspartnern über Umfang und Qualität der erbrachten Leistungen geholfen haben. Details wurden vorerst nicht genannt.

Die Beschuldigten kommen aus ganz NRW. So sollen zum Beispiel vier landwirtschaftliche Betriebe aus Ahaus, Heek und Borken an dem Betrug beteiligt gewesen sein. Der Großteil der 23 Verdächtigen soll aus dem Münsterland stammen.

Umfangreiche Ermittlungen laufen

Die Staatsanwaltschaft, das LKA und die Steuerfahndung des Finanzamtes Hagen ermitteln in dem Fall unter Beteiligung des Hauptzollamts Dortmund. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ermittlungen mehrere Monate dauern werden. Bei den Durchsuchungen wurden ordnerweise Geschäftsunterlagen beschlagnahmt. Diese müssen nun ausgewertet werden.

Der WDR berichtete darüber im Hörfunk am 04.04.2022