Schwierige Aufräumarbeiten nach Großbrand in Rheine

Eine große Rauchwolke steigt aus einer Landschaft empor

Schwierige Aufräumarbeiten nach Großbrand in Rheine

  • 8.000 Schweine verendet
  • Verwesungsgeruch und belasteter Schutt
  • Technischer Defekt als Brandursache

Nach dem Großbrand bei einem Schweinezüchter in Rheine gestalten sich die Aufräum- und Entsorgungsarbeiten schwierig. Am Sonntag (15.07.2018) waren dort 8.000 Schweine verendet.

Am Dienstag (17.07.2018) begutachteten Experten die ausgebrannten Stallruinen. Denn in den Trümmern liegen auch problematische Reste einer Fotovoltaik-Anlage und von Kunststoff-Elementen. Die Kadaver und der Gebäudeschutt sollen nun getrennt voneinander in Tierkörperbeseitigungsanlagen und in Müllverbrennungsanlagen entsorgt werden.

Die Zeit drängt

Bei den Aufräumarbeiten drängt die Zeit, denn durch das heiße Wetter schreitet der Verwesungsprozess der Kadaver schnell voran - über dem ganzen Gelände liegt ein stechender Geruch. Die Bezirksregierung Münster als zuständige Behörde bemühte sich daher am Dienstag darum, die zahlreichen Tierkadaver möglichst schnell ordnungsgemäß zu bergen.

"Kein Fremdverschulden erkennbar"

Die Polizei geht von einem technischen Defekt als Ursache aus. Der Brandermittler habe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden entdeckt, teilte die Kreispolizei Steinfurt am Montag (16.07.2018) mit. Der Sachschaden liegt nach Polizeiangaben im "Millionenbereich".

Ställe brannten völlig nieder

Überreste des abgebrannten Bauernhofes

Durch das Feuer stürzten die Stallungen ein

Am Sonntagmittag (15.07.2018) waren die Feuerwehren aus Rheine und Umgebung zu dem Bauernhofbrand im Ortsteil Altenrheine gerufen worden. Dort standen mehrere Tierställe und ein Futtersilo in Flammen. Die Ställe brannten völlig nieder und stürzten ein, einige Nebengebäude konnten gerettet werden.

Rauchsäule kilometerweit zu sehen

Die Feuerwehr war mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort, letzte Glutnester wurden mit einem Bagger freigelegt und gelöscht. Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen.

Die ausgebrannten Tierställe des Bauernhofs rauchen noch

Die ausgebrannten Ställe des Bauernhofs

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser reiste am Montagmorgen nach Rheine, um sich aus erster Hand über die Lage zu informieren. Sie zeigte sich vor allem angesichts der vielen getöteten Tiere betroffen: "Dies ist eine unerträgliche Vorstellung." Der Hof ist ein Traditionsbetrieb und in der fünften Generation in Familienhand. Neben Ferkel- und Sauenaufzucht sowie traditionellem Ackerbau betreibt er unter anderem aus eigenem Mist und Gülle eine Biogasanlage, die Strom für 1000 Haushalte erzeugen kann.

Der Deutsche Tierschutzbund hat eine Begrenzung der Stallgrößen gefordert, außerdem eine Überprüfung der Brandschutzmaßnahmen durch die Behörden. Beides lehnt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband ab und betonte, dass die Brandschutzvorkehrungen bereits sehr umfangreich seien.

Stand: 17.07.2018, 17:52