Archäologe: "Wahrer Glücksfall für Gronau"

Archäologe: "Wahrer Glücksfall für Gronau"

  • Fundstücke unter ehemaliger Hertie-Filiale
  • Reste einer alten Burganlage
  • Archäologen von Menge und Qualität begeistert

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat am Montag (29.06.2020) Fundstücke aus der damaligen Burg Gronau präsentiert. Die rund 600 Jahre alten Artefakte lagen unter dem früheren Hertie-Kaufhaus.

Als das alte Kaufhaus 2018 abgerissen wurde, entdeckten die LWL-Archäologen Reste der alten Burganlage. Die Stadt beauftragte eine archäologische Fachfirma, und die hat seit November vergangenen Jahres Erstaunliches ausgegraben.

Das Wappentier als Wetterfahne

Ein Fundstück der Ausgrabungen an der Burg Gronau

Eines der Fundstücke: Eine Schwanen-Figur aus Kupferblech

In den Resten der Burganlage entdeckten die Archäologen mehr als 100 Fundstücke, unter anderem ein Stück Kupferblech in Form eines Schwans. Er ist als Wetterfahne gearbeitet und hat Einschusslöcher. Der Schwan ist Wappentier der Grafschaft Steinfurt und findet sich noch heute im Wappen der Stadt Gronau wieder.

Handwerkszeug und Alltagsgegenstände

Ein in der Ausgrabungsstätte der Burg Gronau gefundener Backstein

Ein Mühlespiel - in den Backstein geritzt

In den Wassergräben der Gronauer Burg erhielten sich die Fundstücke besonders gut und liefern einen Eindruck vom damaligen Leben. So wurden etwa ein Dolch, mehrere Pfeilspitzen, weitere Waffen aber auch ein auf Backstein geritztes Mühlespiel gefunden. Die Fundstücke werden in der nächsten Zeit konserviert und restauriert. Danach sollen sie in Ausstellungen präsentiert werden.

Bürgermeister: Zugewinn für die Stadt

Gronaus Bürgermeister Rainer Doetkotte ist begeistert. "Das ist ein toller Zugewinn für die Stadt. Viele Funde werden zukünftig in zahlreichen Ausstellungen auf Gronau aufmerksam machen." Und auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe kann so einen Fund nur selten präsentieren. "Die Ausgrabung auf dem alten Schlossplatz mit ihren phantastischen Funden hat sich als wahrer Glücksfall für Gronau und die westfälische Archäologie entpuppt“, so der LWL-Chefarchäologe, Michael Rind. 

Stand: 29.06.2020, 20:00

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