Größtes Buch der Welt zeigt Ägypten

Eine Mann und eine Frau stehen vor einem großen Buch

Größtes Buch der Welt zeigt Ägypten

  • Ägypten zu Napoleons Zeiten
  • Buch war Geschenk für Könige
  • Echter Schatz für die Wissenschaft

Das Institut für Ägyptologie an der Uni Münster ist im Besitz eines der größten Bücher der Welt. Und auch eines der wertvollsten: das „Description de l `Egypte“, zu deutsch „Beschreibung Ägyptens“.

Aufschlagen kann man das Buch nur auf gleichzeitig zwei Tischen - seine Maße: 1, 65 Meter mal 1, 30 Meter. Ganz schön riesig für ein Buch. Aber es ist auch nicht irgendein Werk. Napoleon Bonaparte höchstselbst hat es in Auftrag gegeben, als er mit seiner Armee und Dutzenden von Wissenschaftlern in den Norden Afrikas zog, nach Ägypten. Und was er und seine Biologen, Botaniker und Bau-Ingenieure vorfanden wurde in dem Buch verewigt, zum Beispiel Darstellungen von Palästen, Pyramiden, Tiere, Pflanzen, Hieroglyphen.

Ägypten im 19.Jahrhundert

Eine Seite in einem Buch zu sehen ist eine Zeichnung in schwarz-weiß

Es ist ein Wissensbuch. „Für uns ist das ein Schatz, den wir nur ab und an mal aus dem Safe herausholen“, sagt Bibliotheksleiterin Annik Wüthrich stolz. „Natürlich zu zweit. Das Buch ist so schwer, alleine schafft man das nicht.“ Am Donnerstag (16.11.2017) wurde das ungewöhnliche Werk erstmals in einer Pressekonferenz in Münster vorgestellt. Es ist das erste wissenschaftliche Buch der Neuzeit über Ägypten. „Praktisch der Grundstein der Ägyptologie“, sagt Ägptologie-Professor Erhart Graefe. 1830 wurde es in Paris gedruckt.

Die Erstauflage war schnell vergriffen, sie ging an Staatsoberhäupter und Könige, als Geschenk des französischen Staates. Dann kam die zweite Auflage, zu der auch das Buch zählt, das dem Institut für Ägyptologie in Münster gehört. Von der zweiten Auflage gibt es wahrscheinlich nicht mehr viele Exemplare. „Eines in Paris, eines in Kairo“, fasst Annik Wühtrich zusammen. Das ist nicht viel.

Detailgetreue Darstellungen

Das XXL-Buch ist auch deshalb so faszinierend, weil seine Abbildungen, z.B. von Hieroglyphen, so genau und akkurat gezeichnet sind. Jedes kleinste Detail ist zu erkennen und deshalb ist es bei Sammlern und Experten so begehrt. Wie viele Exemplare noch in Umlauf sind, weiß niemand genau. „Vor kurzem wurde im Auktionshaus Christies eines versteigert, für viel Geld“, sagt Annik Wüthrich. Für die Wissenschaftler ist es so oder so: unbezahlbar !   

Stand: 16.11.2017, 15:46