Fischrestaurant nutzt deutsch-niederländische Grenze

Fischrestaurant nutzt deutsch-niederländische Grenze

Ein Fischrestaurant bei Gronau liegt genau auf der deutsch-niederländischen Grenze. Weil in den Niederlanden Restaurants nun geschlossen sein müssen, wird der Fisch auf der deutschen Seite serviert.

"Rick’s Vis" liegt auf der deutsch-niederländischen Grenze im münsterländischen Gronau. Genau auf der Grenze. Die Eingangstür liegt noch auf deutscher, der Gastraum auf niederländischer Seite. Normalerweise kein Problem - aber nun gelten in den beiden Nachbarländern unterschiedliche Corona-Regeln.

Mehrere Menschen stehen vor einer Theke, ein Mann dahinter nimmt Bestellungen auf.

Bestellt und zubrereitet wird in den Niederlanden

Weil in den Niederlanden Restaurants aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sein müssen, hat Inhaber Rick de Vries ein Zelt aufgebaut und Tische und Stühle nach draußen gestellt, auf die deutsche Seite. Sein neues Konzept für "Rick’s Vis" : "Du holst den Fisch in den Niederlanden und isst ihn in Deutschland

Küche niederländisch, Gastraum deutsch

Der Ablauf ist schon etwas schräg und macht das Corona-Regel-Chaos deutlich: Das Essen wird im niederländischen Overdinkel zubereitet. Rick nimmt Backfisch, Kibbeling und Co. setzt seine Maske auf - die er nur in Deutschland, nicht aber in den Niederlanden tragen muss - geht durch den leeren Gastraum und tritt durch die Tür nach draußen in den Kreis Borken.

Ein Gasthaus mit zwei Gastronomiezelten vor mehreren Bäume.

Die Gastronomiezelte verlagern das Lokal nach Deutschland

Auf der Terasse, der deutschen Seite, steht ein beheiztes Zelt und dort wird serviert. Es sind zwar deutlich weniger Gäste als üblich, aber Rick de Vries hat aus der Not vielleicht keine Tugend, aber doch das Beste gemacht. Gäste, die ihr Essen mitnehmen wollen warten einfach im Zelt. "Bestellen in Deutschland und wir bringen das Essen dann aus Holland rüber", sagt Rick. Klingt Pragmatisch.

Grenze führt quer durchs Restaurant

Seit Dienstag gelten in den Niederlanden die strengeren Regeln für die Gastronomie. Der 34-jährige Rick, früher Maurer, musste nur kurz überlegen und machte sich die Grenze, die quer durch sein Haus wird dann zunutze. Die Behörden in Deutschland und den Niederlanden haben dem Konzept zugestimmt.

"Von jedem Land das Beste"

Seine Stammgäste, sowohl Niederländer als auch Deutsche danken es ihm. "Wir holen uns von jedem Land das Beste" sagt ein niederländischer Gast mit einem Grinsen.

Zur Wahrheit gehört auch: es sind deutlich weniger Gäste geworden. 50 Prozent Umsatzrückgang, erzählt Rick de Vries. Seine große Sorge ist, dass ein niederländischer Erlass bald soweit geht, dass Restaurants dort demnächst komplett schließen müssen.

Stand: 23.10.2020, 13:42

Weitere Themen