Kirchen: Osterpredigten im Netz

Außenfassade des Doms

Kirchen: Osterpredigten im Netz

  • Keine Gottesdienste mit Gläubigen über Ostern
  • Angebote im Radio, Fernsehen und Internet
  • Osterkerzen und Osterboxen lagen aus

Bischof Felix Genn hat in seiner Osterpredigt am Sonntag (12.04.2020) vor allem Menschen in den Blick genommen, die sich in Corona-Zeiten um die Gesundheit und das Leben ihrer Angehörigen sorgen. In der Internet-Übertragung des Gottesdienstes aus dem ansonsten leeren St.-Paulus-Dom rief Genn dazu auf, die Osterbotschaft mit in den Alltag zu nehmen.

Viele Christen täten dies bereits und seien politisch aktiv. Sie setzten für den Schutz des Lebens ein, wehrten sich gegen die Anfänge der Kriege. Auch im Bistum Münster entwickele sich besonders in diesen Tagen eine große Solidarität, in den Gemeinden, in Nachbarschaftshilfen, im Dienst für die Kranken und im Schutz für die Schwächsten.

Da Gläubige wegen der Corona-Krise derzeit nicht an den Gottesdiensten in den Kirchen teilnehmen können, übertrugen die katholische und die evangelische Kirche diese im Internet. Gläubige konnten sie zum Beispiel auf den homepages des Bistums Münster und der Evangelischen Kirche von Westfalen oder in den sozialen Medien nachverfolgen. Vor allem in der Karwoche und zu Ostern hatten die Kirchen das Angebot deutlich erweitert. Nach wie vor sind die Kirchen auch im Radio und Fernsehen präsent.

Interview mit Bischof Felix Genn Lokalzeit Münsterland 03.04.2020 04:01 Min. Verfügbar bis 10.04.2021 WDR Von Claudia Maschner

Kirchen werden digital

Die Kirchen nutzen die digitalen Ausspielwege nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für andere Angebote. Evangelische Kirchen bieten podcasts oder Videos an. Ein anderes Beispiel: Auf dem Instagram-Portal "Askthebishop" können Jugendliche dem Bischof von Münster Fragen stellen. Die Jugendkirche "effata" hat dieses Angebot für Jugendliche ab 14 Jahren eingerichtet.

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Osterkerzen zum Mitnehmen

Viele Kirchengemeinden haben darüber hinaus weitere Ideen entwickelt, um das Osterfest zu feiern. So haben mehr als 700 Gemeindemitglieder der Pfarrei St. Liudger in Münster besondere Osterboxen bestellt. In der Box liegt dann zum Beispiel eine Keramik-Fliese. Viele andere Gemeinden wie etwa in Borken und Dülmen legen Holzkreuze und Osterkerzen zum Mitnehmen aus.

Kirchen, Synagogen, Moscheen geschlossen

Gläubige aller Religionsgemeinschaften können seit März nur sehr eingeschränkt ihren Glauben praktizieren. Überall wurden gemeinschaftliche Zusammenkünfte abgesagt.

Die jüdische Gemeinde in Münster hat alle Aktivitäten gestrichen, auch das wichtige Pessachfest im April.

Stillstand herrscht auch in den Moscheen des Münsterlandes. Es finden weder Freitagsgebete noch andere soziale Aktivitäten statt, heißt es. Um ihren Gläubigen in dieser Zeit Trost zu spenden, dürfen in zwei Moscheen in Münster jetzt die Imame von den Minaretten zum Gebet rufen. Normalerweise sind Gebetsrufe mit dem Lautsprecher verboten. Die Ausnahmeregelung hat die Stadt zunächst bis zum 1. Mai beschlossen. Die Rufe finden freitags tagsüber für fünf Minuten statt.

Stand: 13.04.2020, 15:00