Zum Gottesdienst kommen mehr, als man denkt

Kirchturm vor Sonnenaufgang

Zum Gottesdienst kommen mehr, als man denkt

Von Uwe Pollmann

  • Kirchenstudie widerlegt sinkende Besucherzahlen
  • Gottesdienste häufig in Heimen, Kitas, Schulen
  • Studie fragt: Sonntagsgottesdienst noch zeitgemäß?

Viele Gläubige gehen nicht mehr an Sonn- und Feiertagen in die Kirche, sondern besuchen Gottesdienste auch zu anderen Zeiten und an anderen Orten. Das zeigt eine neue Studie der Evangelischen Kirche von Westfalen. Damit widerlegt sie die landläufige Annahme, den Kirchen liefen die Gläubigen davon.

Zählung der Gottesdienstbesuche im Kirchenkreis Herford

Ein Jahr lang hat sich die Landeskirche den Kirchenkreis Herford mit seinen rund 110.000 Mitgliedern angesehen und alle Besuche von Gottesdiensten gezählt.

Nicht nur wie an diesem Sonntag (27.01.2019), sondern die ganze Woche über gebe es mittlerweile viele Gottesdienste auch in Altenheimen, Krankenhäusern, Schulen, Gemeindehäusern oder Kindergärten. Diese machen die Hälfte der Gottesdienste aus, in einzelnen Gemeinden sogar mehr.

Forderung nach zeitgemäßen Gottesdiensten

Protestantischer Gottesdienst

Die Autoren der Studie vom Hildesheimer Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst bestätigen zwar den Trend, dass die Besucherzahlen der Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen seit Langem abnehmen.

Nur noch drei bis vier Prozent der Gläubigen besuchen an den klassischen Tagen die evangelischen Kirchen. Zähle man jedoch das Gesamtangebot, seien es doppelt so viele Besucher.

Sonntagsgottesdienste noch zeitgemäß?

Sollte der Gottesdienst also viel häufiger an die Lebensrealität der Menschen angepasst werden? Landeskirchenrat Vicco von Bülow von der EvKW befürwortet das: "Nach evangelischem Verständnis kann Gottesdienst an jedem Ort stattfinden", beispielsweise auf dem Markt oder in Kinos.

Stand: 27.01.2019, 08:00