Smartphones made in Bocholt

Ein Mann bedient ein Smartphone

Smartphones made in Bocholt

  • Wieder Handyproduktion in Bocholt
  • Wenig neue Arbeitsplätze
  • Fertigungsroboter im Einsatz

Zehn Jahre nach der Einstellung der Nokia-Handyproduktion in Bochum werden wieder Mobiltelefone in Deutschland produziert. Die ehemalige Siemens-Tochter Gigaset kündigte am Dienstag (29.05.2018) an, in Bocholt ein neues Smartphone-Modell herzustellen.

Produktion etwa so teuer wie in Asien

Die Produktion in Deutschland sei ungefähr so teuer wie in Asien, weil in dem Werk in Bocholt intensiv mit Fertigungsrobotern gearbeitet werde. Dadurch sei auch die Fehler- und Ausschussquote niedriger als bei einer weitgehend manuellen Produktion in Asien, sagte ein Sprecher von Gigaset.

Die elektronischen Bauteile stammen allerdings von Zulieferbetrieben aus Asien. In Deutschland werden Verpackungen und die gedruckten Anleitungen hergestellt.

Fertigungsroboter statt Arbeitsplätze

In Bocholt werden die Geräte aber nicht nur montiert, sondern auch entworfen und an spezielle Anforderungen von Netzbetreibern und Großkunden angepasst. Besonders viele Arbeitsplätze werden durch das Produktionsverfahren im Werk in Bocholt jedoch nicht geschaffen. Die Produktionslinie benötige nur acht Mitarbeiter pro Schicht, also 24 Mitarbeiter bei einem Dreischicht-Betrieb. Die Fertigungslinie kann maximal 6.000 Geräte in der Woche herstellen.

Bei einem Markterfolg werde Gigaset weitere Fertigungslinien in Bocholt in Betrieb nehmen. Bei dem in Bocholt produzierten Gerät handelt es sich um das Android-Smartphone GS185, es ist eines von drei Einsteiger-Modellen, die Gigaset am Dienstag präsentiert hat.

Stand: 29.05.2018, 17:04