Pausenbrot-Prozess: Giftfund passt zu Krankheiten

Pausenbrot-Prozess: Giftfund passt zu Krankheiten

  • Symptome der Opfer passen zum Giftfund beim Angeklagten
  • Angeklagter soll Pausenbrote vergiftet haben
  • Kollegen schwer erkrankt

Im Prozess verdichten sich die Beweise gegen den 57-Jährigen Angeklagten. Die Schwermetalle, die beim Angeklagten gefunden wurden, lösen die Krankheiten aus, unter denen die Opfer leiden, erklärte ein Giftexperte am Freitag (15.02.2019): Nierenschäden und Schädigungen des Gehirns.

Vordereingang des Landgerichts Bielefeld

Jahrelang soll der Angeklagte seinen Arbeitskollegen in einer Firma in Schloß Holte-Stukenbrock Gift auf Pausenbrote gestreut und sie damit schleichend vergiftet haben. Ende Januar (31.01.2019) hatte bereits ein Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes bestätigt, dass im Haus des Angeklagten hochgiftige Substanzen gefunden worden sind.

Große Mengen an giftigen Stoffen

Es geht um große Mengen an Blei- und Quecksilberverbindungen, außerdem Pilzgifte und Spuren von radioaktiven Giften. Auf den sichergestellten Butterbroten wurden giftige Bleiverbindungen gefunden. Die gefundene Menge auf einem Brot überstieg den Grenzwert um das 40-fache.

Bleiacetat und Quecksilber auf Pausenbroten?

Angeklagt ist ein 57-jähriger Metallschlosser. Er muss sich wegen mehrfachen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung vor dem Landgericht Bielefeld verantworten. Zum Prozessauftakt schilderte der Staatsanwalt, wie der Angeklagte immer wieder Brotdosen aus den Taschen und Rucksäcken der Kollegen entwendet haben soll. Laut Anklage verstreute der Mann dann auf den Broten Pulver und legte die Dosen zurück. Als Folge wurden Kollegen schwer krank.

Belastendes Videomaterial gezeigt

Während der Verhandlung im November vergangenen Jahres wurden bereits Überwachungsvideos aus dem Pausenraum gezeigt, welche den Angeklagten belasten. Es ist zu sehen, wie der Angeklagte Pulver, versteckt in einem Aktenordner, auf das Pausenbrot seines Kollegen streut.

Braunes Pulver auf Butterbrot entdeckt

Ein 57-jähriges Opfer wird vermutlich dauerhaft arbeitsunfähig sein, er muss dreimal wöchentlich zur Dialyse. Sein 30 Jahre jüngerer Arbeitskollege steht kurz vor dieser Behandlung. Er macht sich Vorwürfe, nicht schon vor zwei Jahren zur Polizei gegangen zu sein.

Kollege nie unter Verdacht

Simon R. ist einer der Nebenkläger. Er leidet an schweren Nierenschäden.

Simon R. ist einer der Nebenkläger. Er leidet an schweren Nierenschäden.

2016 habe er zum ersten Mal bemerkt, dass sein Mineralwasser süßlich schmeckt, später sei braunes Pulver auf seinem Butterbrot gewesen. Der Gedanke, dass sein Kollege damit etwas zu tun habe, sei so abwegig gewesen, dass er sich nicht habe lächerlich machen wollen.

Stand: 15.02.2019, 14:34

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