Vergiftete Pausenbrote: Anklage schildert Details

Landgericht Bielefeld: Vergiftete Pausenbrote für Arbeitskollegen Aktuelle Stunde 15.11.2018 02:30 Min. Verfügbar bis 15.11.2019 WDR Von Oliver Köhler

Vergiftete Pausenbrote: Anklage schildert Details

  • Mann soll Arbeitskollegen Gift auf Pausenbrote gestreut haben
  • Ein Opfer liegt im Koma, zwei andere haben schwere Nierenschäden
  • Anklage wegen versuchten Mordes

In Schloß Holte-Stukenbrock soll ein Mann mehreren Arbeitskollegen über Jahre Gift auf die Pausenbrote gestreut haben. In Bielefeld hat am Donnerstag (15.11.2018) der Prozess wegen versuchten Mordes begonnen.

Die Anklage wirft Klaus O. mehrfachen versuchten Mord vor. Der heute 57-Jährige soll jahrelang Arbeitskollegen in einem Unternehmen in Schloß Holte-Stukenbrock in Ostwestfalen hochgiftige Substanzen auf deren Brote gestreut haben. Die Opfer sind schwer krank. Aufgeflogen war der 57-Jährige durch Videoaufnahmen im Pausenraum. Er wurde dabei gefilmt, wie er einem Kollegen Bleiacetat auf das Pausenbrot streute.

Angeklagter zeigte sich äußerlich unbewegt

Am Landgericht wurde zum Prozessauftakt die Anklage verlesen. Der Beschuldigte hatte sein Gesicht hinter einem Aktendeckel verborgen. Äußerlich unbewegt hörte der Familienvater zu, wie der Staatsanwalt die Anklage vorlas. Zum Prozessauftakt war einer der Geschädigten erschienen. Er ist chronisch nierenkrank. Ein Mitarbeiter des Anlagenbauers liegt zudem seit Jahren im Koma.

Der Staatsanwalt schilderte, wie der Angeklagte immer wieder Brotdosen aus den Taschen und Rucksäcken der Kollegen entwendet haben soll. Laut Anklage verstreute der Mann dann auf den Broten Pulver, darunter Bleiacetat und Quecksilber, und legte die Dosen zurück. Als Folge wurden Kollegen schwer krank.

Bis Anfang 2019 sind fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Stand: 15.11.2018, 11:47