Kritik an Abschiebepraxis in der ZUE in Münster

Ein Haus aus roten Backsteinen mit schwarzem Dach

Kritik an Abschiebepraxis in der ZUE in Münster

  • Kritik am gewaltsamen Vorgehen der Behörden
  • 12-jähriges Mädchen angeblich verletzt
  • Behörde widerspricht Netzwerk Kirchenasyl

In einem offenen Brief an die Zentrale Ausländerbehörde in Coesfeld beklagt das Netzwerk Kirchenasyl Münster am Donnerstag (11.07.2019) die massive Gewaltanwendung bei der Abschiebung einer Familie aus der ZUE in Münster.

Vorwurf: Tür aufgebrochen

Die Familie, die am 02. Juli 2019 zurück nach Slowenien abgeschoben werden sollte, hatte sich nach Aussage des Netzwerkes in ihrem Zimmer verbarrikadiert. Daraufhin sollen Mitarbeiter der Zentralen Ausländerbehörde in Coesfeld versucht haben, die Tür aufzubrechen. Laut der Schilderungen von Netzwerk Kirchenasyl sei dabei ein 12- jähriges Mädchen verletzt worden, die Mutter musste in eine Psychiatrie eingeliefert werden.

ZAB Coesfeld weist Vorwürfe zurück

In einer schriftlichen Stellungnahme weist der Kreis Coesfeld die Vorwürfe zurück. In der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Münster befänden sich überwiegend Personen ohne Bleiberechtsperspektive, heißt es zur Erklärung.

"Unsere Mitarbeiter haben sich korrekt verhalten"

Zur angeblichen Gewalteinwirkung durch die Mitarbeiter der Behörde sagte der Ordnungsdezernent des Kreises Coesfeld, Ulrich Helmich gegenüber dem WDR: "Unsere Mitarbeiter haben sich korrekt verhalten, indem das Gebäude betreten worden ist und man versucht hat die Zimmertür zu öffnen. Nachdem das nicht ging, hat man versucht, dass sich mit gewissem Druck die Tür öffnet. Als man merkte, man kriegt sie nicht weiter auf als einen Spaltbreit, hat man aufgehört die Tür noch weiter mit Gewalt zu öffnen."

Das Netzwerk Kirchenasyl aus Münster beklagt darüber hinaus die Häufigkeit der Abschiebungen aus der ZUE.

Stand: 11.07.2019, 20:00