Bewährungsstrafe für gewalttätigen Polizisten

Standbild aus Polizeivideo

Bewährungsstrafe für gewalttätigen Polizisten

  • Mildes Urteil im Berufungsprozess
  • Bewährungsstrafe ermöglicht Verbleib im Polizeidienst
  • Geschädigter nahm Entschuldigung nicht an

Das Landgericht Bielefeld hat im Berufungsverfahren am Montag (14.05.2018) einen gewalttätigen Polizisten zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten auf Bewährung verurteilt. 4.200 Euro Schmerzensgeld muss der Verurteilte dem geschädigten Autofahrer zudem als Bewährungsauflage zahlen.

Entschuldigung ausgeschlagen

Weil die Strafe unter einem Jahr liegt, hat der Beamte nun die Chance, im Polizeidienst zu bleiben. Die Richter werteten vor allem das Geständnis zugunsten des Angeklagten. Der hatte auch versucht, sich bei dem zu Unrecht verfolgten Autofahrer zu entschuldigen. Doch der hatte das Anliegen des Polizisten nicht akzeptiert.

Polizist verletzte Autofahrer mit Pfefferspray

Der Beamte war bei einer Verkehrskontrolle im Juni 2014 gewalttätig geworden, hatte einen Autofahrer körperlich angegriffen und mit Pfefferspray verletzt. Das Amtsgericht Herford hatte in erster Instanz geurteilt, dass der Polizist den Autofahrer grundlos attackiert habe und ihn unter anderem wegen Körperverletzung zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Dagegen legte der Beamte Berufung ein. Durch das Urteil hätte er seinen Job verloren, da die Strafe länger als ein Jahr angesetzt war.

Streifenwagen-Video überführte den Polizisten

Der Polizist hatte zunächst behauptet, der Mann hätte ihn attackiert, und war seinerseits wegen Schmerzensgeld vor Gericht gegangen. Nach weiteren Ermittlungen gab es dann allerdings die Wende und es kam zum Prozess gegen den Polizisten. Der tatsächliche Sachverhalt wurde belegt durch ein Video aus dem Streifenwagen. Das zeigt den kompletten Ablauf der Kontrolle und entlastete den Autofahrer.

Stand: 14.05.2018, 13:50