Neue Gesundheits-App: Sorge um Daten

Neue Gesundheits-App: Sorge um Daten

  • Gesundheits-App "Vivy" speichert sensible Daten
  • Bielefelder Datenschutzverein Digitalcourage warnt
  • Smartphones könnten Missbrauch und Datenklau nicht verhindern

Millionen Versicherte können seit heute ihre Gesundheitsdaten über eine neue Handy-App verwalten. Mit der digitalen Akte "Vivy" können etwa Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder gespeichert und mit dem behandelnden Arzt geteilt werden. Die Verantwortlichen betonen, dass die Daten der Nutzer sicher seien.

Doch Rena Tangens vom Bielefelder Verein Digitalcourage ist skeptisch: "Das hört sich erstmal alles sehr bequem an mit der App. Aber nur weil Patienten angeblich alleine Zugriff auf diese Daten haben, heißt das noch keineswegs, dass die Daten sicher wären."

Smartphones sind nicht sicher

Denn selbst wenn in der neuen Gesundheits-App alle Vorkehrungen getroffen würden, die App sicher zu machen, gebe es eine Gefahr, den alleinigen Zugriff auf die Daten zu verlieren. Das "Einfallstor" sei das "Smartphone selbst", warnt Rena Tangens im WDR-Interview. Mit Hilfe von Trojanern könne Schadsoftware auf dem Smartphone installiert werden. Ist das erstmal passiert, würde dann alles mitgelesen werden können, "wie Passwörter oder auch Gesundheitsdaten."

Aus Freiwilligkeit wird Pflicht?

Rena Tangens

Rena Tangens vom Verein Digitalcourage

Doch der Datenschutzverein Digitalcourage aus Bielefeld hat auch eine generelle Sorge, wenn er die Einführung neuer Gesundheits-Apps beobachtet. Noch handele es sich um ein freiwilliges Angebot, doch das könne sich ändern: "Wir können ja schon sehen, dass eine Krankenakte als Gesundheitsplattform vermarktet und die Verbindung mit Fitness-Apps ausgelobt wird. Das ist alles erstmal freiwillig, aber es ist absehbar, dass das irgendwann zur Pflicht wird um einen akzeptablen Tarif bei der Krankenkasse zu bekommen."

Stand: 17.09.2018, 14:13