Petershagen: Gestohlenes antikes Gefäß nach 30 Jahren wieder da

Ein Mann hält eine antike Urne aus Ton

Petershagen: Gestohlenes antikes Gefäß nach 30 Jahren wieder da

Das Tongefäß wurde bei Ausgrabungen bei Porta Westfalica entwendet. Nun hat es der Dieb wieder zurückgegeben - in einem Pappkarton und mit Entschuldigungsschreiben.

Die Mitglieder des Vereins "Gesellschaft zur Förderung für Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke" mit Sitz in Petershagen staunten nicht schlecht, als das dickbäuchige Tongefäß auf einmal vor der Tür ihres Vereinshauses stand. Anbei ein Zettel mit einer Entschuldigung.

Anonyme Entschuldigung per Brief

Ein Brief mit einer gedruckten Entschuldigung

"Hiermit überlasse ich Ihnen die Urne aus Costedt. (...) Die ich in den 1980er Jahren auf dem Gelände des Guts Rothenhoff ausgegraben habe. Dies war nicht richtig und ich entschuldige mich aufrichtig. Bitte kümmern Sie sich um das gute Stück." - schreibt der anonyme Absender.

Diebstahl während Ausgrabung 1989

Ein Pappkarton mit einer antiken Urne und einem Brief

Es muss 1989 während einer Ausgrabung in Costedt bei Porta Westfalica gewesen sein, als der Unbekannte das Gefäß entwendete. Damals hatten Archäologen ein Gräberfeld aus der jüngeren römischen Kaiserzeit entdeckt. Die Vereinsmitglieder vermuten, dass sich der Täter nachts Zugang zum Gelände verschafft und dort das Fundstück entwendet hat. Die Tat hatte damals für Empörung gesorgt, doch der Dieb wurde nicht gefunden.

Ob es nun aus schlechtem Gewissen war, oder weil der Täter die Urne einfach loswerden wollte - nun ist sie wieder da und soll wissenschaftlch erfasst werden. Die Vereinsmitglieder erforschen seit 2020 die ur- bzw. frühgeschichtliche Besiedlung von Costedt. Sie hoffen, dass sie die Vase bald regional ausstellen dürfen.

Stand: 21.01.2021, 16:26