Dreijähriger in Lennestadt getötet: Vater gesteht

Aussage bei Mordprozess 00:23 Min. Verfügbar bis 27.11.2021

Dreijähriger in Lennestadt getötet: Vater gesteht

Der Vater des Anfang Mai 2020 in Lennestadt-Grevenbrück getöteten Dreijährigen hat vor Gericht die Tat gestanden. Er stellt sie aber anders dar als die Staatsanwaltschaft.

Der 34-Jährige sagte am Mittwoch im Mordprozess am Landgericht Siegen, er habe seinen schlafenden Sohn erdrosselt. Dann habe er das Kind auf eine Matratze gelegt und diese angezündet.

Die Tat werde er sich niemals verzeihen, sagte der Vater. "Ich schäme mich sehr. Ich wäre besser gestorben." Laut Anklage war er nach der Tat aus etwa 3,50 Meter Höhe aus einem Fenster gesprungen.

Vater: "Tat war nicht geplant"

Nach seiner Darstellung hatte der Angeklagte die Tat nicht geplant. Er gab vor Gericht an, an dem Tag Alkohol und Drogen konsumiert zu haben. Nach der Trennung von der Mutter des Kindes habe er sich unter Druck gefühlt.

Die Staatsanwaltschaft hingegen geht von heimtückischem Mord aus: Sie wirft dem Mann vor, den Jungen bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und die Matratze dann in Brand gesetzt zu haben.

Ihrer Ansicht nach ist der Dreijährige dann erst durch die Verbrennungen auf grausame Weise gestorben.

Trennung als Auslöser

In einem Abschiedsbrief, den die Ermittler fanden, stand, dass er zusammen mit seinem Sohn in Deutschland sterben wolle.

Er sagte vor Gericht, nach der Trennung von der Mutter seines Sohnes habe er immer größere Angst gehabt, sein Kind ganz zu verlieren, weil sie mal Besuche erlaubte, mal nicht.

Stand: 26.11.2020, 08:45