Überraschendes Geständnis im Missbrauchskomplex Münster

 Bei den Ermittlungen nach schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern steht ein Polizeibeamter vor der Gartenlaube, wo der vermutliche Haupttäter Teile seiner Server-Anlage unterbrachte (06.06.2020)

Überraschendes Geständnis im Missbrauchskomplex Münster

Im großen Missbrauchsprozess vor dem Landgericht Münster hat jetzt ein erster Angeklagter sein Schweigen überraschend gebrochen. Die Aussage war nicht öffentlich.

Ein 42-jähriger Angeklagter aus Brandenburg hat nach Informationen des WDR in dem großen Missbrauchsprozess von Münster eingeräumt, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe richtig seien. Sein nicht-öffentliches Geständnis am sechsten Verhandlungstag war überraschend.

Vorwurf: Mehrfache Vergewaltigungen

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, an der tagelangen Vergewaltigung von zwei kleinen Jungen in einer Kleingartenanlage Ende April 2020 in Münster-Kinderhaus beteiligt gewesen zu sein.

Zwei Gartenlauben, davor viele blühende Pflanzen und eine Liege

Die inzwischen abgerissene Gartenlaube in Münster

Außerdem soll der 42-Jährige in seinem Heimatort Schorfheide in Brandenburg seinen eigenen damals siebenjährigen Sohn schwer sexuell missbraucht haben. Dort soll er ebenfalls den Stiefsohn des Hauptbeschuldigten Münsteraners, der als Kopf des pädokriminiellen Netwerks gilt, vergewaltigt haben.

Opfer mit K.O.-Tropfen betäubt

Bei einigen der Taten sollen die Opfer mit K.O.-Tropfen betäubt worden sein. Dem Vernehmen nach hat sich der Angeklagte aber nicht zu den schweren Vorwürfen gegen die weiteren Angeklagten geäußert.

Die weiteren Angeklagten schweigen

Neben dem geständigen Mann aus Brandenburg sind in dem Prozess noch drei weitere Männer sowie eine Frau angeklagt. Sie schweigen nach wie vor. Am 3.12. wird der Prozess fortgesetzt.

Lokalzeit – Im Namen der Kinder | Hilfe für Opfer sexueller Gewalt Lokalzeit 05.11.2020 44:09 Min. UT Verfügbar bis 27.08.2021 WDR Von Heike Zafar, Detlef Proges

Stand: 01.12.2020, 18:59