Schule für künftige Geschwister in Iserlohn

Hebamme Eva-Maria Jürgensmeier erklärt den künftigen Geschwister-Kindern, dass ihre Mütter auch in einer Badewanne entbinden können.

Schule für künftige Geschwister in Iserlohn

  • Vorbereitungskurse für Eltern und Geschwister
  • Geschwister sollen Eltern unterstützen
  • Sie lernen, dass sie weiter wichtig sind

Im Iserlohner Krankenhaus Bethanien bereiten Hebammen Kinder auf eine völlig neue Situation vor: darauf, plötzlich "große Schwester" oder "großer Bruder" zu sein. Das berichtet der WDR am Montag (10.12.2018).

Erst vor drei Wochen ist die kleine Leya auf die Welt gekommen. Sie liegt im Arm ihrer großen Schwester Zoey. Die Fünfjährige hält das Neugeborene sehr gekonnt. "Das hat sie in der Geschwisterschule gelernt", erzählt ihre Mutter Christine Disselhoff.

Plötzlich große Schwester oder großer Bruder

Das Krankenhaus Bethanien bietet die Kurse vor der Geburt für Eltern und Geschwister an. "Auch für die Geschwister ist es eine ganz neue Situation, plötzlich große Schwester oder großer Bruder zu sein" sagt Hebamme Eva-Maria Jürgensmeier. Sie setzt die Geschwisterschule mit einer Kollegin zusammen um. 

Hebammen bereiten Geschwister auf die neue Situation vor

Stolz hält Zoey (5 Jahre) ihr neugeborenes Schwesterchen Leya im Arm.

Stolz hält Zoey (5 Jahre) ihr neugeborenes Schwesterchen Leya im Arm.

An vier Samstagen und in jeweils zwei Stunden vermitteln die Hebammen den Geschwisterkindern Theorie und Praxis rund ums Baby. Durch die Übungen sollen sie später ihre Eltern unterstützen können. "Vor allem aber wollen wir ihnen zeigen, wie wichtig sie sind", sagt Eva-Maria Jürgensmeier "auch wenn bald ein Baby kommt."

Ego stärken – Eifersucht vermeiden

Wenn das Neugeborene da ist, werden die Eltern den Großteil ihrer Aufmerksamkeit auf das Neugeborene richten. "Wenn dann aber die Geschwister mit eingebunden werden, hilft das deren Ego zu stärken und Eifersucht zu vermeiden", weiß die leitende Hebamme aus ihrer über 40-jährigen Erfahrung.

"Mit Zoey klappt das richtig gut", berichtet ihr Mutter Christine Disselhoff. "Sie ist beim Wickeln oder auch beim Stillen immer dabei und unterstützt mich, aber sie akzeptiert auch, wenn ich mal Ruhe brauche und mich zurückziehe."

Stand: 10.12.2018, 07:04