Sohn von Gerry Weber verkauft seine Aktien

Das Verwaltungsgebäude der Gerry Weber InternationalAG in Halle/Westfalen

Sohn von Gerry Weber verkauft seine Aktien

  • Ralf Weber verkauft ein Viertel seiner Aktien an der Gerry Weber AG
  • Angst vor Totalverlust?
  • Börsenexperte: Verkauf "wenig vorbildlich"

Der Modekonzern Gerry Weber sorgt weiterhin für Gesprächsstoff bei Börsenexperten. Seit Anfang Februar 2019 hat Aufsichtsratsmitglied Ralf Weber, Sohn des Firmengründers, einen bedeutenden Teil seiner Aktien am Unternehmen verkauft.

Mehr als 450.000 Gerry-Weber-Aktien hat Ralf Weber seit Kurzem verkauft und zu Geld gemacht. Das ist geschätzt mehr als ein Viertel seines Aktien-Gesamtbestandes. Nach Unternehmens-Angaben hält Ralf Weber inzwischen weniger als drei Prozent Anteile am Modekonzern.

Angst vor Totalverlust?

Womöglich steckt Angst vor einem Totalverlust hinter den Verkäufen. Die Gerry Weber International AG hatte Ende Januar vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Kurssturz der Aktie begonnen: Im Februar 2018 war ein Unternehmensanteil noch neun Euro wert, ein Jahr später liegt der Preis nun bei nur noch 43 Cent.

Besonders heftige Kursstürze gab es im September 2018 und im Januar 2019, als das Unternehmen die schlechten Aussichten bekannt gab. Ob in diesem Zusammenhang Insiderinformationen eine Rolle gespielt haben, ermittelt derzeit die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin).

Börsenexperte kritisiert Verhalten

Stefan Wolff, Börsenexperte der ARD, beurteilte Ralf Webers Handeln als für einen Aufsichtsrat "wenig vorbildlich" und ein "schlechtes Signal". Verboten seien die Verkäufe aber nicht.

Gerry Weber erweitert Vorstand

Ralf Weber war jahrelang Vorstandsvorsitzender bei Gerry Weber, mittlerweile sitzt er nur noch im Aufsichtsrat. Dieser will trotz Spardrucks zum 1. März den Vorstand erweitern. Einen Spitzenmanager aus der Modebranche, der zuletzt bei Esprit in Düsseldorf tätig war, wird drittes Vorstandsmitglied. Er soll in Halle für den Produkt- und Kreationsbereich verantwortlich sein.

Stand: 20.02.2019, 09:55