Gerry Weber wegen Corona in Existenzangst

Hemden der Marke Gerry Weber

Gerry Weber wegen Corona in Existenzangst

  • Corona-Krise für Gerry Weber existenzbedrohend
  • Zusätzliche Kredite in zweistelliger Millionenhöhe nötig
  • Vorstand rechnet mit Wiedereröffnung der Läden im Mai

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind für das Modeunternehmen Gerry Weber existenzbedrohend. Das teilte der Vorstand am Donnerstag (09.04.2020) mit. Demnach braucht der Konzern mit Sitz in Halle in Westfalen (Kreis Gütersloh) zusätzliche Kredite im Umfang eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags um durch die Krise zu kommen.

2019 Insolvenz in Eigenregie

Gerry Weber befand sich von April bis Ende Dezember 2019 in einem Insolvenzverfahren in eigener Verantwortung. Der Konzern war zuvor in Schieflage geraten, weil das Angebot an Mode nach eigenen Angaben zu groß und zu wenig spezifisch gewesen war. Im vergangenen Jahr wurden Konzern und Angebot verschlankt. Dieses Jahr sollte das Geschäft eigentlich wieder Fahrt aufnehmen.

Aussichten abhängig von baldigem Verkaufsbeginn

„Bis Mitte März 2020 waren wir auf gutem Weg, unseren Auftritt und unsere Leistung weiter zu verbessern. Alle Hebel und Stellschrauben dazu waren und sind identifiziert“, wird Konzernvorstand Florian Frank in einer Pressemitteilung zitiert. „Dann erreichten uns mit aller Wucht der Ausbruch der Corona-Krise und die tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen daraus.“

Wunsch: Geöffnete Läden ab Mai

Nicht nur auf zusätzliche Kredite – Gerry Weber ist auch auf eine baldige Lockerung der Ausgangsbeschränkungen angewiesen, um die Krise zu überstehen. Man gehe aktuell davon aus, dass ab Anfang Mai 2020 die Läden in Deutschland wieder öffnen können. Und selbst dann sei für das Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von rund 100 Millionen Euro zu rechnen, teilte der Vorstand mit.

Stand: 09.04.2020, 11:13