Wegen Corona: Keine Gedenkfeier für Germanwings-Opfer

Wegen Corona: Keine Gedenkfeier für Germanwings-Opfer

  • Absturz jährte sich zum fünften Mal
  • Keine offizielle Gedenkfeier
  • Kerzen ins Fenster gestellt
Kerzen stehen vor der Gedenktafel der für die Germanwings-Opfer.

Zum 5. Jahrestag des Absturzes wird der Opfer gedacht

Wegen der Corona-Virus-Epidemie gab es am Dienstag (24.03.2020) erstmals keine Gedenkfeiern für die Opfer des Germanwings-Absturzes. Bei dem Absturz vor fünf Jahren starben alle Insassen – unter ihnen auch 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Josef-König-Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Haltern. Sie waren auf dem Rückflug von einem Schüleraustausch.

Auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf hatte sich, nach Überzeugung der Ermittler, der psychisch kranke Copilot ins Cockpit eingeschlossen und die Maschine absichtlich abstürzen lassen. Sie schlug in den südfranzösischen Alpen auf.

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Kerzen erinnern an Opfer

Wie auch in den Jahren zuvor wollten am Dienstag eigentlich mehr als 1.000 Schüler zusammen mit den Familien der Opfer eine Gedenkfeier abhalten. Wegen der Corona-Epidemie wurden alle offiziellen Gedenkfeiern abgesagt.

In den Fenstern des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern stehen brennende Kerzen.

Mit brennenden Kerzen gedachten die Menschen den Opfern

Um 10.41 Uhr - dem Zeitpunkt des Absturzes - haben in Haltern die Glocken geläutet. Und: Als Zeichen der Trauer stellten die Menschen aus Haltern am Abend zwischen 19 und 20 Uhr nun stattdessen eine brennende Kerze ins Fenster – als kleiner Lichtblick des Trostes.

18 Kirschbäume auf dem Schulhof

Die Erinnerung an die 16 getöteten Schülerinnen und Schüler und die beiden Lehrerinnen ist in Haltern an vielen Orten sichtbar, etwa auf dem Schulhof: Hier stehen 18 Kirschbäume und eine Gedenktafel aus Stahl mit den Namen der Opfer. Schuldirektor Ulrich Wessel hat Bänke aufstellen lassen. "Hier sitzen in den Pausen eigentlich vom ersten Tag an Schülerinnen und Schüler, essen ihr Butterbrot, lachen und scherzen , das war die Idee, wir wollten nicht eine Atmospäre der Trauer bewahren, sondern die Schüler, die verstorben sind, gehören wie selbstverständlich weiter zur Schulgemeinde und sind einfach präsent."

Bodo Klimpel, Bürgermeister Haltern am See

Für Bürgermeister Klimpel stand die Stadt unter einer "Schockstarre"

Als vor fünf Jahren die Germanwings- Maschine abstürzte, brach eine Tragödie über Haltern herein. Lange habe man in dieser Stadt wie unter einer Glocke aus Trauer gelebt. Langsam würde sich dies lichten, sagt Halterns Bürgermeister Bodo Klimpel :"Es ist schon so, dass diese Schockstarre, die wir damals über dieser Stadt hatten über einen sehr langen Zeitraum, dass es die nicht mehr gibt. Es ist auch nicht so, dass die Stadt so 100 Prozent in die Normalität umgesprungen ist, das ist schon ein Thema, was immer über uns schwebt."

Fünf Jahre nach dem Germanwings-Absturz: Unser Leben ohne Dich Menschen hautnah 19.03.2020 44:04 Min. UT Verfügbar bis 19.03.2021 WDR Von Justine Rosenkranz

Absturz des Germanwings-Flugs 9525 (am 24.3.2015)

WDR ZeitZeichen 24.03.2020 14:56 Min. Verfügbar bis 25.03.2090 WDR 5


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Stand: 24.03.2020, 20:04