OVG-Urteil: Heilpraktiker dürfen kein Blut abnehmen

Eine mit Blut gefüllte Spritze vor blauem Hintergrund.

OVG-Urteil: Heilpraktiker dürfen kein Blut abnehmen

Heilpraktiker dürfen Patienten für die Eigenbluttherapie kein Blut abnehmen. Das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster hat das von der Bezirksregierung Münster verhängte Verbot gegen drei Heilpraktiker aus dem Münsterland bestätigt.

Die Heilpraktiker aus Borken, Nordwalde und Senden hatten sich mit dem Verbot nicht zufrieden geben wollen. Sie führen Eigenbluttherapien durch. Dafür nehmen sie Patienten eine geringe Menge Blut ab, setzen diesem Blut ein Sauerstoff-Ozon-Gemisch oder homöopathische Mittel zu und injizieren diese Mischung dann wieder den Patienten.

Blutentnahme ist Sache von Ärzten

Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts NRW hat die Bezirksregierung Münster den Heilpraktikern die Blutentnahme zu Recht verboten. "Die Entnahme einer Blutspende darf nach dem Transfusionsgesetz nur durch einen Arzt oder unter Verantwortung eines Arztes erfolgen, woran es hier fehlt", heißt es in der Urteilsbegründung.

Ausnahmeregelung greift nicht

Das OVG Münster

OVG NRW in Münster

Die Heilpraktiker könnten sich auch nicht auf die Ausnahmeregelung für homöopathische Eigenblutprodukte berufen. Dafür müssten anerkannte homöopathische Zubereitungsverfahren zur Anwendung kommen. Das sei aber hier nicht der Fall. "Die Heilpraktiker setzen dem Eigenblut lediglich etwas zu", urteilte das Oberverwaltungsgericht NRW. Die Richter betonten, dass es in diesem Verfahren nicht um die Frage ging, wie sicher und wirksam Eigenbluttherapien sind.

"Herber Schlag für die Branche"

Das OVG NRW bestätigte damit auch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster. Das hatte sich im Jahr 2019 in erster Instanz mit dem Fall beschäftigt. Ulrich Sümper, der Präsident des Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH) nannte das Verbot damals ein Unding: "Das ist ein herber Schlag für die ganze Branche - und sicherlich für viele existenzbedrohend".

Denn: Das Urteil betrifft auch viele andere Eigenbluttherapieformen. Heilpraktiker dürfen nun gar kein Eigenblut mehr entnehmen. Andernfalls könnten sie sich strafbar machen.

Keine Revision zugelassen

Den Klägern bleibt im Moment nichts anderes übrig, als die Entscheidung zu akzeptieren. Denn das Gericht in Münster ließ keine Revision zu. Die Kläger können allerdings Nichtzulassungsbeschwerde einlegen, über die dann das Bundesverwaltungsgericht entscheiden müsste.

Stand: 23.04.2021, 17:18

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