Bischof: Verständnis für Kirchenaustritte

Bischof Felix Genn

Bischof: Verständnis für Kirchenaustritte

  • Austritte als Folge des Missbrauchsskandals
  • Hirtenbrief des Bischofs in Gottesdiensten
  • Kirche hat in Vergangenheit falsch gehandelt

Angesichts des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hat der Münsteraner Bischof Felix Genn Verständnis für Kirchenaustritte geäußert. "Ich kann sehr gut verstehen, dass Menschen sich zu diesem Schritt entscheiden" heißt es im Fastenhirtenbrief des Bischofs, der in den Gottesdiensten am Wochenende (09.- 10.03.2019) vorgelesen werden sollte.

Bischof: Kirche hat Leid der Betroffenen nicht gesehen

In der Vergangenheit habe die Kirche das Leid der Betroffenen nicht gesehen und daher im Umgang mit den Tätern falsch gehandelt. In seinem Brief sichert der Bischof zu, Täter und Vertuscher genau zu identifizieren und zu benennen. "Ich werde dafür Sorgen tragen, dass die persönlichen Verantwortlichkeiten aufgearbeitet werden - nicht aus Rache, sondern zum Wohle der Gerechtigkeit", so der Bischof.

Bistum fordert härtere Strafen bei Missbrauch Lokalzeit Münsterland 20.12.2018 02:32 Min. Verfügbar bis 20.12.2019 WDR Von Hartmut Vollmari

Bischöfe wollen sexuellen Missbrauch in Kirche aufarbeiten

Am Montag (11.03.2019) kommen die katholischen deutschen Bischöfe zu ihrer Frühjahrsvollversammlung im niedersächsischen Lingen zusammen. Bei dem viertägigen Treffen befassen sie sich unter anderem mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche - auch mit Blick auf den Anti-Missbrauchsgipfel im Februar im Vatikan.

Der Bischof dankt in dem Brief allen, die trotz der "furchtbaren Skandale" ihre Mitarbeit an der Kirche nicht aufgegeben haben. Er wisse, dass viele Haupt- und Ehrenamtliche in der Kirche für Taten in Mithaftung genommen würden, die sie nicht begangen hätten. Auch ihm gehe es so.

Stand: 10.03.2019, 14:34