Prozess wegen Geiselnahme in Lengerich

Im Dunkeln stehen Polizeiwagen vor einem Turnhalleneingang

Prozess wegen Geiselnahme in Lengerich

  • 43 Kinder und zwei Übungsleiterinnen festgehalten
  • Beschuldigter soll mit Sprengsätzen gedroht haben
  • Angeklagter spricht von Suizidgedanken

Vor dem Landgericht Münster hat am Mittwoch (19.06.2019) der Prozess wegen einer Geiselnahme in Lengerich begonnen. Zum Prozessauftakt erklärte der 25-jährige Angeklagte aus Tecklenburg, er habe Selbstmordgedanken gehabt und sich von der Polizei erschießen lassen wollen.

Psychiatrie unerlaubt verlassen

Der Mann war wegen Suizidgefahr bereits im Dezember 2018 in die Psychiatrie in Lengerich eingewiesen worden. Bei einem Ausgang am 7. Januar 2019 hatte er unerlaubt das Gelände verlassen. Laut Anklage war er anschließend in eine Lengericher Sporthalle eingedrungen. Dort trainierte an jenem Abend gerade eine Gruppe Einradfahrer.

Geiselnahme dauerte rund eine Stunde

Der Mann soll 43 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 18 Jahren sowie ihre beiden 23-jährigen Übungsleiterinnen festgehalten und damit gedroht haben, in der Halle deponierte Sprengsätze zu zünden. Der Beschuldigte ließ letztlich seine Opfer frei - die letzten nach rund einer Stunde, dann überwältigte ihn ein Spezialkommando der Polizei.

Mann nicht schuldfähig?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann wegen einer psychischen Erkrankung nicht schuldfähig war. Sie will erreichen, dass er dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik für Straftäter untergebracht wird.

Stand: 19.06.2019, 20:01