In Arnsberg ist Geigenbau eine Familientradition

Geigenbauerfamilie aus Arnsberg

In Arnsberg ist Geigenbau eine Familientradition

An Geigen zupfen und werkeln - das durfte Uwe Fischer schon als kleiner Junge in der Arnsberger Werkstatt seines Großvaters. Heute ist er selbst Geigenbauer aus Leidenschaft.

Vom Opa zum Onkel zum Neffen: Seit drei Generationen geben die Arnsberger Geigenbauer ihr Wissen weiter. Uwe Fischer führt das Atelier nun schon ein Vierteljahrhundert. Auch wenn sich das grundlegende Handwerk seit der Zeit von Stradivari nicht geändert hat, lernt der 53-Jährige bei jeder Geige dazu.

Jede ist ein Unikat. Zwei identische Instrumente zu bauen, ist nicht möglich. Allein deshalb, weil es aus verschiedenen Stücken Holz gefertigt wird.

Schon unterschiedlich dicke Jahresringe wirken sich auf den Klang aus. Deshalb benutzt der Geigenbauer besonderes Holz, zum Beispiel aus den Alpennordtälern. Das wächst langsam und bekommt wenig Sonne.

Familiengeheimnis Lackrezepte

Geigenbauerfamilie aus Arnsberg

Uwe Fischer hat das Geschäft 1995 übernommen.

Ein Familiengeheimnis ist der Lack. Lackrezepte sind nicht einfach zu erarbeiten und Uwe Fischer kann auf Wissen aus acht Jahrzehnten zurückgreifen. Daher weiß er genau, wie der Lack den Klang einer Geige beinflusst - und wann es am Holz oder an der eigenen Arbeit liegt.

In jeder Geige steckt ein Stück Persönlichkeit

Der Geigenbauer hat außerdem früh eigene Erfahrungen gesammelt. Sein Großvater hatte ihn als Kind in der Werkstatt an kaputten Instrumenten werkeln lassen und so seine Leidenschaft für die Geigenbaukunst geweckt. Heute kreiert, restauriert und repariert er selbst Geigen, Bratschen und Celli.

Geigenbauerfamilie aus Arnsberg

Geigenbauer sind zugleich Künstler und Handwerker.

Wenn Uwe Fischer ein neues Instrument gefertigt hat, dann steckt immer ein Stück Persönlichkeit des Geigenbauers mit darin. Die künstlerische Hingabe sei beim Geigenbau genauso unerlässlich wie das handwerkliche Geschick, sagt er.

Stolz und Glücksmomente durch die Arbeit

Uwe Fischer hat zuletzt eine Bratsche gebaut, vor Ostern ist sie fertig geworden. Bei ihr, wie bei allen anderen Instrumenten, an denen er arbeitet, erhält er mit der Freude der Musiker am Instrument einen zusätzlichen Lohn.

"Wenn der Musiker den Weg in die Berufsmusikerkarriere gegangen ist, mit dem Instrument, was ich ihm gebaut habe, macht einen das stolz", sagt der Geigenbauer. Dafür mache er seine Arbeit, auch in Zukunft.

Sachgeschichte: Geigenbögen Die Sendung mit der Maus 25.03.2018 10:19 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste

Stand: 19.04.2021, 12:04