Tausende demonstrierten gegen "Rechte NRW" in Bielefeld

Tausende demonstrierten gegen "Rechte NRW" in Bielefeld

Von Christina Joswig und Markus Rinke

  • Tausende Bielefelder demonstrieren gegen Fremdenhass
  • 400 Rechte ziehen durch die Innenstadt 
  • Polizei mit Großaufgebot vor Ort

An mehreren Stellen in der Stadt stellten sich am Samstag (10.11.2018) mehrere tausend Bielefelder den Anhängern der Partei "Die Rechte NRW" entgegen. Die Partei wird vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. Sie demonstrierte in Bielefeld für die Freilassung der verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck – anlässlich ihres 90. Geburtstages.

Neonazis am Hauptbahnhof von Gegendemonstranten empfangen

Der rechte Demonstrationszug auf dem Weg zum Landgericht

Der rechte Demonstrationszug auf dem Weg zum Bielefelder Landgericht.

Die rechten Demonstranten wurden nach ihrer Ankunft auf dem Bahnhofsvorplatz auf Waffen durchsucht, bevor sie weiterziehen durften. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot vertreten. Mindestens sechs Wasserwerfer standen in den Seitenstraßen bereit.

Großeinsatz der Polizei bei Demos in Bielefeld

WDR 5 Morgenecho - Beiträge | 10.11.2018 | 03:17 Min.

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Einige Platzverweise und Strafanzeigen

Die Polizei spricht von einem insgesamt friedlichen Ablauf der Veranstaltungen. Sechs Personen wurden in Gewahrsam genommen, außerdem sechs Platzverweise und bisher 19 Strafanzeigen unter anderem wegen des Zeigens des Hitler-Grußes ausgesprochen, so eine Sprecherin der Polizei Bielefeld.

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Kritik am Polizeieinsatz

Das "Bielefelder Bündnis gegen Rechts" hatte im Vorfeld zu zehn friedlichen Demonstrationen aufgerufen. Darunter waren Kundgebungen, Mahnwachen und Live-Musik, häufig in Sicht- und Hörweite zum Demonstrationszug der Rechten.

Die Polizei spricht von 6.000 Gegendemonstranten, das Bündnis selbst schätzt die Zahl auf 10.000.

Im Nachhinein kritisiert das Bündnis den Polizeieinsatz. Mit Wasserwerfern, Räumpanzern und Hundertschaften sei der legitime Protest "unverhältnismäßig" erschwert worden. Die Gegendemonstranten hätten nicht wie vorher besprochen von Kundgebung zu Kundgebung kommen können.

Rechte Demo in Bielefeld

Am Samstag (10.11.2018) wollen Anhänger der Partei "Die Rechte NRW" in Bielefeld für die Freilassung der verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck demonstrieren. Tausende Gegendemonstranten stellen sich ihnen in den Weg.

Hunderte Gegendemonstranten warten in Bielefeld am Bahnhof

Schon am Mittag haben sich hunderte Gegendemonstranten am Hauptbahnhof versammelt, um die rechten Demonstranten zu empfangen. Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebot vertreten.

Schon am Mittag haben sich hunderte Gegendemonstranten am Hauptbahnhof versammelt, um die rechten Demonstranten zu empfangen. Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebot vertreten.

Das "Bielefelder Bündnis gegen Rechts" hatte mehrere Gegenveranstaltungen organisiert. Am Hauptbahnhof haben laut Schätzungen der Polizei 3.000 Gegendemonstranten auf die Rechten gewartet und sie mit Pfiffen in Empfang genommen.

Die Bielefelder wehren sich mit Plakaten und Rufen gegen den rechten Aufmarsch.

Hunderte Rechte sind bereits am Bielefelder Hauptbahnhof eingetroffen. Die Polizei ist mit Hundertschaften und mehreren Wasserwerfern vor Ort.

Sitzblockade auf dem Niederwall vor dem Rathaus. Um zu Landgericht zu kommen, müssen die Rechten dort vorbei.

Auch Jugendgruppen demonstrieren gegen Holocaust-Leugner wie die verurteilte Ursula Haverbeck.

Dagmar Kiesewetter ist gekommen, um ein Zeichen zu setzen. Die Familie ihres Vaters wurde von den Nazis in Auschwitz ermordet. Am Mahnmal am Bahnhof erinnert sie mit vielen anderen an das Schicksal Bielefelder Juden.

Der rechte Demonstrationszug auf dem Weg zum Bielefelder Landgericht.

In jeder Seitenstraße hatten sich hinter den Absperrungen der Polizei Gegendemonstranten versammelt und lautstark gegen den Aufmarsch protestiert.

Gegendemonstranten warten am Rathaus, bis die Anhänger der Partei "Die Rechte NRW" auf ihrem Weg zum Landgericht vorbeikommen.

Stand: 11.11.2018, 10:28