Geflügelpest jetzt auch im Kreis Minden-Lübbecke

Ein Schild mit der Aufschrift "Geflügelpest Sperrbezirk"

Geflügelpest jetzt auch im Kreis Minden-Lübbecke

In einem Betrieb in Preußisch Oldendorf ist die hochansteckende Tierseuche offiziell bestätigt worden. Alle Tiere werden getötet, das Veterinäramt des Kreises Minden-Lübbecke hat einen Sperrbezirk eingerichtet.

Nun sind also drei Kreise in OWL betroffen: In Versmold im Kreis Gütersloh und in Lichtenau (Kreis Paderborn) ist bereits am Donnerstag die Geflügelpest nachgewiesen worden. Das Friedrich-Löffler-Institut hatte Proben aus einem Mastbetrieb aus Versmold und einer Hobby-Haltung im Kreis Paderborn analysiert und den Erreger H5N8, genannt "Vogelgrippe", nachgewiesen.

20.000 Tiere in Versmold getötet und Gelände desinfiziert

notschlachtung versmold

In Versmold im Kreis Gütersloh mussten 20.000 Enten getötet werden. Laut Landwirtschaftsministerium zeigten die Tiere massive Krankheitssymptome. Auch die 50 Tiere des Hobbyzüchters in Lichtenau im Kreis Paderborn mussten gekeult werden.

Sperr- und Beobachtungsgebiete um Betriebe herum eingerichtet

Um alle Gebiete herum wurden Sperr- und Beobachtungszonen eingerichtet. Hier gelten besonders strenge Auflagen für Nutzgeflügelhalter. So dürfen beispielsweise die Tiere und ihre Produkte nicht transportiert werden, die Ställe müssen gegen unbefugtes Betreten gesichert werden. Veterinäre sollen alle Bestände der Geflügelbetriebe in dem Bereich klinisch untersuchen.

Besonders viele Geflügelhalter in OWL

Das NRW-Umweltministerium hatte schon am Mittwoch eine Stallpflicht für ganz OWL angeordnet. Die aktuelle Geflügelpest gilt als aggressiver als 2017. Damals gab es die letzten Fälle in der Region. In Ostwestfalen-Lippe gibt es besonders viele Geflügelhalter, kommerzielle und Hobby-Vogelzüchter. Mehr als 4 Millionen Tiere leben allein im Kreis Gütersloh. Zuvor waren einzelne Fälle in der Region Niederrhein aufgetreten.

Hohe Sterblichkeit bei betroffenen Tieren

Die Vogelgrippe ist sehr gefährlich für Vögel. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet – teilweise bis zu 100 Prozent. Infizierte Tiere scheiden den Erreger über Kot und Sekrete aus. Prekär ist enger Kontakt zwischen Tieren. Bisher galt die Geflügelpest als nicht auf Menschen übertragbar.

Vogel- und Schweinegrippe – wie gut sind wir geschützt? Quarks & Co 21.02.2017 05:25 Min. Verfügbar bis 21.02.2022 WDR

Stand: 08.03.2021, 06:46