Nach Sprengung von Kriegsmunition: Polizei ermittelt in Schieder-Schwalenberg

In Schieder-Schwalenberg mussten drei Sprengkörper vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gesprengt werden.

Nach Sprengung von Kriegsmunition: Polizei ermittelt in Schieder-Schwalenberg

Ein junger Mann aus dem lippischen Schieder-Schwalenberg hat bei einem Schrotthandel gefährliche Munition gekauft. Diese musste am Donnerstag kontrolliert gesprengt werden. Die Polizei ermittelt die Hintergründe.

Wie und warum konnte der 28-Jährige die gefährliche Munition kaufen? Wer genau ist der Verkäufer? Das versucht die Polizei in Schieder-Schwalenberg am Freitag herauszufinden. Inzwischen ist bekannt: Die drei gesprengten Geschosse aus dem Zweiten Weltkrieg stammen von einem Schrotthändler, so die Polizei. Und: Dem Vater des jungen Mannes waren die potenziell gefährlichen Sprengkörper aufgefallen. Der hatte dann umgehend die Polizei verständigt.

Brisante Funde konnten nicht abtransportiert werden

Gegen 11 Uhr am Donnerstag hatte Schieder-Schwalenbergs Bürgermeister Jörg Bierwirth mitten in einer Sitzung von dem brisanten Fund erfahren. "Und dann mussten auch wir sehr plötzlich reagieren", erzählt Bierwirth. Der Munitions-Käufer hatte die Geschosse in einer Kiste auf dem Schrottplatz in Lippe entdeckt und im Auto mit nach Hause genommen.

Schnell wurde klar, wie gefährlich sie waren: Die Geschosse konnten zum Entschärfen nicht abtransportiert werden, sondern mussten an Ort und Stelle von Kampfmittelexperten der Bezirksregierung Arnsberg gesprengt werden.

Evakuierung im Umkreis von 100 Metern

Innerhalb weniger Stunden mussten die Anwohner ihre Häuser im Umkreis von 100 Metern um das Privatgrundstück im Ortsteil Schieder verlassen, auf dem die Geschosse und weiterer Munitionsschrott gefunden worden waren.

Die Kampfmittelexperten sicherten die Munition zunächst und sprengten drei Geschosse am Donnerstagnachmittag kontrolliert und problemlos. Zurück bleiben Löcher im Boden.

Kriminalpolizei ermittelt

Unterdessen hat die Kriminalpolizei Untersuchungen zur Herkunft der Munition aufgenommen. Geprüft werde derzeit, ob möglicherweise gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen worden sei. Nach WDR-Informationen wird sowohl gegen den vermeintlichen Verkäufer als auch gegen den Käufer der Munition ermittelt.

Auch das LKA war eingeschaltet

Auch das Landeskriminalamt war vor Ort, weil weitere Munition von NATO-Streitkräften bei dem Schrotthändler in Kisten gefunden wurde. Diese Munition fällt in den Zuständigkeitsbereich des LKA. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich aber um ungefährlichen Munitionsschrott, teilt die Polizei mit. Die Teile sollen aus Haushaltsauflösungen stammen.

Explosive Altlasten in der Eifel Quarks 01.09.2020 04:16 Min. UT Verfügbar bis 01.09.2025 WDR Von Jakob Kneser

Stand: 30.07.2021, 13:42