Bielefelder Firma für Fünf-Stunden-Arbeitstag ausgezeichnet

Bielefelder Firma für Fünf-Stunden-Arbeitstag ausgezeichnet

  • Arbeitszeit von 8 bis 13 Uhr
  • Trotzdem volles Gehalt
  • Zielorientiertes Arbeiten wird gefördert

Wegen ihrer innovativen Arbeitsabläufe hat die IT-Agentur Digital Enabler aus Bielefeld einen Branchenpreis erhalten. Am Donnerstag (07.03.2018) wurde dem Unternehmen der "New Work Award" in Hamburg verliehen.

Die Firma hat im Herbst 2017 den Fünf-Stunden-Arbeitstag eingeführt. Von acht bis 13 Uhr. Die Idee dahinter: die Mitarbeiter sollen in dieser Zeit so effizient arbeiten, dass sie bis zum Mittag ihr komplettes Tagespensum geschafft haben. Trotz der kürzeren Arbeitszeiten bekommen die Mitarbeiter alle ein volles Gehalt.

Strikte Trennung von Arbeit und Freizeit

Bundesweit hat die Firma mit ihrem Arbeitszeitmodell Schlagzeilen gemacht. Schließlich handelt es sich um ein Novum in Deutschland. Firmen-Chef Lasse Rheingans hat es gewagt und setzt bei dem Modell auf eine strikte Trennung von Arbeit und Freizeit: "Wir haben versucht, diese Standardzeiträume für Meetings zu minimieren. Das ist ja oft immer so: ja, komm wir setzen uns ein Stündchen zusammen. Und in so eine Stunde hat man so jedes zweites Wochenende des letzten Jahres durchdiskutiert; jeden dritten Urlaub, und was zu Hause sonst noch los ist. Aber wenn man wirklich zielorientiert zusammen sitzt, reicht oft eine Viertelstunde."

Tagesziel schaffen

Rheingans will, dass seine Mitarbeiter das Gleiche wie vorher in sieben oder acht Stunden leisten. An einer Wand im Büro hängt als eine Art Motivationshilfe ein Bildschirm. Wie bei einem Countdown läuft auf der Uhr die Zeit von fünf Stunden sekundengenau ab. Bisher klappt das neue Modell gut, so Rheingans. In der Regel verlassen fast alle nach fünf Stunden ihren Arbeitsplatz. Aber natürlich gibt es auch hier hin und wieder Ausnahmen, sagt Mitarbeiter Luca Anzaldo: "Wenn man sein Tagesziel nicht erreicht hat in den fünf Stunden, dann bleibt man so lange bis man es geschafft hat. Dann bleibe ich halt sechs Stunden oder sieben."

Stand: 08.03.2019, 13:03

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 hø'ø 10.03.2019, 09:16 Uhr

    Bevor ich hier in Begeisterungsstürme ausbreche, würde ich mir das gerne mal vor Ort anschauen. Ich könnte mir gut vorstellen (und die Aussage "setzt bei dem Modell auf eine strikte Trennung von Arbeit und Freizeit"bestärkt mich darin), daß solche Dinge wie Diskussionen an der Kaffeemaschine ausfallen, und man es sich auch überlegt, ob man 5 Minuten für die Toilette aufwenden kann oder lieber die Backen zusammenkneift. Die Arbeit wird anonymer, die persönlichen Kontakte am Arbeitsplatz entfallen, es kommt auch kein zwangloser Knowhowaustausch mehr zustande. Besser fände ich einen ergebnisorientierten Ansatz (wer seine Tickets erledigt hat, darf gehen, ob nach 3, 5 oder 8 Std), ohne tickende Erinnerung an der Wand daran, daß man (vielleicht) schneller arbeiten muß, um das Tagesziel zu erreichen. Die wäre für mich nur zusätzlicher Streß. Dazu noch ein Büro für alle, wie ein Klassenzimmer, ohne Raum für Individualität - ich bin skeptisch, ob man sich als Entwickler dort wohlfühlen kann.

  • 5 Werner 08.03.2019, 14:53 Uhr

    Hall SPD, ehemalige Arbeiterpartei, aufwachen, das wäre doch mal was zum Profilieren.

  • 4 Andreas 08.03.2019, 14:48 Uhr

    Nur so kann die Lebensqualität und Gesundheit der Leistungserbringer gesteigert werden. Warum immer nur an die Gewinne der Anlegerzuhälter denken ?

  • 3 Sara 08.03.2019, 14:40 Uhr

    Endlich, auch so können Gewinne zum Nutzen derer die sie erarbeitet haben verteilt werden ! Und nicht immer nur für die Anleger die immer mehr Macht gewinnen.

  • 2 Till 05.03.2019, 16:10 Uhr

    Toll! quit 9 to 5

  • 1 Jupp 05.03.2019, 13:37 Uhr

    genial! Denn 5 Stunden reichen in vielen Berufen wie Entwicklung, Beratung und Konstruktion. Das sollte man flächendeckend in DE einführen...