Amokläufe früh erkennen: Mehrere Personen in NRW im Blick der Fahnder

Frühwarnsystem für Amokläufer Lokalzeit Münsterland 24.06.2021 02:22 Min. Verfügbar bis 24.06.2022 WDR Von Christian Schweitzer

Amokläufe früh erkennen: Mehrere Personen in NRW im Blick der Fahnder

Polizei, Landeskriminalamt und andere Behörden testen in Bielefeld, Münster und Kleve ein Pilotprojekt zur Früherkennung von möglichen Amokläufen.

Die Behörden haben 20 potenziell gefährliche Personen bereits im Blick - in Bielefeld, Münster und Kleve. Ab Herbst könnte das Projekt landesweit starten.

Pilotprojekt in NRW

NRW Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte im Frühjahr 2020 ein Pilotprojekt mit dem Namen "Periskop" gestartet. Das Landeskriminalamt sollte der Frage nachzugehen, wie potenzielle Täter frühzeitig erkannt werden können. Die Ergebnisse hat Reul auf der Innenministerkonferenz vorgestellt.

Informationen von möglichen Tätern bündeln

Demnach hätten Täter bei vergangenen Amoktaten vorher regelmäßig Andeutungen gemacht. Sie seien bei Routinekontrollen der Polizei aufgefallen oder hätten als "Vielschreiber" Behörden mit Briefen zugeschüttet. Aus Sicht Reuls wurden diese Infos jedoch nicht zusammengebracht.

Jetzt sollen bei einem konkreten Verdacht alle Informationen gesammelt und mit dem jeweiligen Ordnungs- und Gesundheitsamt, sowie gegebenenfalls der Schulbehörde und der Justiz besprochen werden.

Kleve: Projekt läuft seit März

Konkret heisst das für die Polizei in Kleve, dass Menschen rechtzeitig erkannt werden sollen, die ein Risikopotential für Amoktaten haben könnten, so eine Sprecherin der Polizei Kleve. "Es ist im Grunde ein Konzept, das uns helfen soll, Gefahrenverdachtsfälle intern besser zu systematisieren. Es ist ein festgeschriebenes Vorgehen, damit keine Informationen verloren gehen und Menschen mit diesem Risikopotential nicht übersehen werden", so die Sprecherin weiter.

Datenaustausch: Sensibles Thema

In Münster hat die Polizei in diesem Zusammenhang etwa eine "Handvoll" potenzieller Straftäter im Blick, sagt Münsters Polizeipräsident Frank Schnabel. Dass Polizei und Gesundheitsbehörden ihre Daten austauschen, ist für den Polizeipräsidenten dabei ein sensibles Thema. Er verspricht aber, den Datenschutz penibel einzuhalten.

Stand: 24.06.2021, 20:00